Eine geistige Gemeinschaft
Das ODENWÄLDER ECHO vom 06.06.2008 vermeldet:
„Aus starker Position zur Ablehnung
Ausbau B 45: Bürgermeister Ruhr formuliert vor Stadtverordneten Gründe und Alternative – Fast einmütige Zustimmung
MICHELSTADT. Die Botschaft auf den Transparenten war eindeutig: `Kein Leben hinter Ghetto-Wänden´, `Wir wollen keine Stadt-Autobahn´, `Macht nicht die Fehler von Erbach´. Die Stellungnahme von Bürgermeister Reinhold Ruhr fiel ebenso unmissverständlich aus: Der Ausbau der Bundesstraße 45 samt geplanter Lärmschutzwand wird strikt abgelehnt. In deutlichen Sätzen formulierte Ruhr seinen Beschlussvorschlag in der Sitzung der Stadtverordneten am Mittwoch im Steinbacher Dorfgemeinschaftshaus.
Als förmliche Gründe für eine Ablehnung werden vor allem die differierenden Angaben über die Höhe der geplanten Lärmschutzwand im Planfeststellungsverfahren angeführt. Außerdem fehlen darin genaue Angaben über die Höhe der Kostenbeteiligung der Kommune. Auch die Anpassung der Kanalschächte müsste die Stadt zur Hälfte tragen. Die Stadt Michelstadt ist jedoch kein Kanaleigentümer, der Sammler ist öffentliches Eigentum des Abwasserverbandes Mittlere Mümling.
Viel schwerer wiegen jedoch die städtebaulichen Aspekte. `Durch die Lärmschutzwand wird die Bebauung von Michelstadt in zwei Teile getrennt. Diese Trennung würde mitten durch die geschlossene Bebauung verlaufen´, erklärte Ruhr. Auch dürfe die Bundesstraße 45 kein weiteres Auffangbecken für überregionalen Lkw-Verkehr werden. Denn die Stadt Michelstadt beobachtet schon seit geraumer Zeit eine Zunahme der Brummis auf der Nord-Süd-Achse. Und die Aussichten wären düster: `Es werden insbesondere große Lastwagen die B 45 benutzen, um sich der Mautpflicht zu entziehen´, prognostizierte Ruhr.
Doch die Stadtverordnetenversammlung will den Beschlussvorschlag nicht nur als reine Ablehnung verstanden wissen: Auch mögliche Alternativen sind darin formuliert und nach Ansicht von SPD und ÜWG auch nicht von der Stellungnahme abzukoppeln.
So reflektiert die Stadt schon seit Jahren über eine mögliche Nord-Süd-Achse parallel zur B 45 im westlichen Stadtbereich. Und diese Alternative greift sie (wie berichtet) auch in dem aktuellen Beschluss wieder auf. Dabei geht es vor allem um eine Verkehrsverbindung zwischen dem Bereich Steinbach-Asselbrunn über die Walther-Rathenau-Allee direkt auf die Bundesstraße 47. Außerdem ist seit Jahren die Fortsetzung der Nord-Süd-Trasse zwischen B 47 und der Mossauer Straße (TÜV Hessen) in der gemeindlichen Vorplanung. Die alternative Verkehrstrasse könnte dann nach Süden bis kurz vor das Rowenta-Gewerbegrundstück weitergeführt und im Bereich der Gemarkungsgrenze von Erbach an die Relystraße/Carl-Benz-Straße angebunden werden.
Ein derartiges Gegenmodell könnte jedoch nur verwirklich werden, wenn die Stadt Michelstadt Geld aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz erhält.
Letztlich stimmte eine breite Mehrheit aus SPD, ÜWG, CDU und FDP dem ausgearbeiteten Beschluss zu. Alleine die Grünen votierten dagegen, obwohl auch sie gegen einen Ausbau der Bundesstraße 45 und die geplante Lärmschutzwand sind. Doch die Umweltpartei wollte sich nicht mit den Alternativen anfreunden, die in dem Vorschlag formuliert sind. Sie hätten lieber noch einmal an einem so genannten runden Tisch über ein mögliches Entlastungskonzept diskutiert. Auch befürworten sie Kreisel, die ihrer Ansicht nach die Fahrzeuge besser aufnehmen könnten, glauben nicht an eine Zunahme der Verkehrsströme und würden die B 45 als Hauptverkehrsachse belassen.
`Natürlich sind wir auch gegen den geplanten Ausbau, aber für den weiteren Weg sollten wir uns Zeit lassen´, erklärte Claire Labigne. Gerade über die alternative Trassenführung hätte auch Georg Walther von der CDU gerne noch einmal ausführlicher beraten: `Mit großen Bauchschmerzen stimmen wir dem Beschlussvorschlag dennoch zu. Denn mit unserem Votum sollte wir ein eindeutiges und starkes Zeichen setzen.´ Und das gelang den Stadtverordneten denn auch mit breiter Mehrheit. ...“
Manchmal trennen Meter Welten beziehungsweise ist Geist meist nicht vom Wahnsinn entfernt.
„Aus starker Position zur Ablehnung
Ausbau B 45: Bürgermeister Ruhr formuliert vor Stadtverordneten Gründe und Alternative – Fast einmütige Zustimmung
MICHELSTADT. Die Botschaft auf den Transparenten war eindeutig: `Kein Leben hinter Ghetto-Wänden´, `Wir wollen keine Stadt-Autobahn´, `Macht nicht die Fehler von Erbach´. Die Stellungnahme von Bürgermeister Reinhold Ruhr fiel ebenso unmissverständlich aus: Der Ausbau der Bundesstraße 45 samt geplanter Lärmschutzwand wird strikt abgelehnt. In deutlichen Sätzen formulierte Ruhr seinen Beschlussvorschlag in der Sitzung der Stadtverordneten am Mittwoch im Steinbacher Dorfgemeinschaftshaus.
Als förmliche Gründe für eine Ablehnung werden vor allem die differierenden Angaben über die Höhe der geplanten Lärmschutzwand im Planfeststellungsverfahren angeführt. Außerdem fehlen darin genaue Angaben über die Höhe der Kostenbeteiligung der Kommune. Auch die Anpassung der Kanalschächte müsste die Stadt zur Hälfte tragen. Die Stadt Michelstadt ist jedoch kein Kanaleigentümer, der Sammler ist öffentliches Eigentum des Abwasserverbandes Mittlere Mümling.
Viel schwerer wiegen jedoch die städtebaulichen Aspekte. `Durch die Lärmschutzwand wird die Bebauung von Michelstadt in zwei Teile getrennt. Diese Trennung würde mitten durch die geschlossene Bebauung verlaufen´, erklärte Ruhr. Auch dürfe die Bundesstraße 45 kein weiteres Auffangbecken für überregionalen Lkw-Verkehr werden. Denn die Stadt Michelstadt beobachtet schon seit geraumer Zeit eine Zunahme der Brummis auf der Nord-Süd-Achse. Und die Aussichten wären düster: `Es werden insbesondere große Lastwagen die B 45 benutzen, um sich der Mautpflicht zu entziehen´, prognostizierte Ruhr.
Doch die Stadtverordnetenversammlung will den Beschlussvorschlag nicht nur als reine Ablehnung verstanden wissen: Auch mögliche Alternativen sind darin formuliert und nach Ansicht von SPD und ÜWG auch nicht von der Stellungnahme abzukoppeln.
So reflektiert die Stadt schon seit Jahren über eine mögliche Nord-Süd-Achse parallel zur B 45 im westlichen Stadtbereich. Und diese Alternative greift sie (wie berichtet) auch in dem aktuellen Beschluss wieder auf. Dabei geht es vor allem um eine Verkehrsverbindung zwischen dem Bereich Steinbach-Asselbrunn über die Walther-Rathenau-Allee direkt auf die Bundesstraße 47. Außerdem ist seit Jahren die Fortsetzung der Nord-Süd-Trasse zwischen B 47 und der Mossauer Straße (TÜV Hessen) in der gemeindlichen Vorplanung. Die alternative Verkehrstrasse könnte dann nach Süden bis kurz vor das Rowenta-Gewerbegrundstück weitergeführt und im Bereich der Gemarkungsgrenze von Erbach an die Relystraße/Carl-Benz-Straße angebunden werden.
Ein derartiges Gegenmodell könnte jedoch nur verwirklich werden, wenn die Stadt Michelstadt Geld aus dem Gemeindefinanzierungsgesetz erhält.
Letztlich stimmte eine breite Mehrheit aus SPD, ÜWG, CDU und FDP dem ausgearbeiteten Beschluss zu. Alleine die Grünen votierten dagegen, obwohl auch sie gegen einen Ausbau der Bundesstraße 45 und die geplante Lärmschutzwand sind. Doch die Umweltpartei wollte sich nicht mit den Alternativen anfreunden, die in dem Vorschlag formuliert sind. Sie hätten lieber noch einmal an einem so genannten runden Tisch über ein mögliches Entlastungskonzept diskutiert. Auch befürworten sie Kreisel, die ihrer Ansicht nach die Fahrzeuge besser aufnehmen könnten, glauben nicht an eine Zunahme der Verkehrsströme und würden die B 45 als Hauptverkehrsachse belassen.
`Natürlich sind wir auch gegen den geplanten Ausbau, aber für den weiteren Weg sollten wir uns Zeit lassen´, erklärte Claire Labigne. Gerade über die alternative Trassenführung hätte auch Georg Walther von der CDU gerne noch einmal ausführlicher beraten: `Mit großen Bauchschmerzen stimmen wir dem Beschlussvorschlag dennoch zu. Denn mit unserem Votum sollte wir ein eindeutiges und starkes Zeichen setzen.´ Und das gelang den Stadtverordneten denn auch mit breiter Mehrheit. ...“
Manchmal trennen Meter Welten beziehungsweise ist Geist meist nicht vom Wahnsinn entfernt.
B45er