Eine Mautumgehung
Das MAIN-NETZ berichtet bereits zum zweiten Mal über die Entwicklungen. Hier ein Beitrag vom 22.05.2008:
„Eigentlich sollte der Kreistag über den Antrag `Keine Ortsumgehung in Erbach´ beraten und beschließen. Doch dazu wird es nicht kommen. Sitzungsvorsitzender Rüdiger Holschuh (SPD/Beerfelden) hat in Abstimmung mit dem Präsidium den Termin abgesagt, da eine Tagesordnung mit nur drei Punkten `den finanziellen und sachlichen Aufwand einer Kreistagssitzung nicht rechtfertigt´. Dies geht aus einer gemeinsamen Meldung von SPD, CDU, FDP und Überparteilichen Abgeordneten hervor. Verwiesen wird auf frühere Stellungnahmen zur Trassenführung, die sich mit der kürzlich publizierten Haltung von Landrat Horst Schnur (SPD) deckten, der keine Zweifel an der Notwendigkeit der Umgehungsstraße ließ. Im laufenden Planfeststellungsverfahren besitze der Kreistag ohnehin keine Entscheidungsbefugnis, heißt es in dem Schreiben.
Die Grünen sehen das anders und haben ihren verkehrspolitischen Sprecher im hessischen Landtag, Frank Kaufmann (Dietzenbach), dazu eingeladen, sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der vorgesehenen Trassenführung zu machen. Begleitet von über drei Dutzend Anwohnern besichtigte er die Stellen, an denen die Tunneleingänge errichtet werden sollen und schritt gut die Hälfte des auf 3,3 Kilometer veranschlagten Straßenbauprojekts ab, das auf der Höhe der Bahnlinie zwischen dem Wohngebiet West und dem Stadtkern verlaufen soll.
`Es ist eines der irrsinnigsten Projekte, die ich je gesehen habe´, äußerte der Grünen-Politiker sich gegenüber Vertretern der Bürgerinitiative Umgehungsstraße Erbach (BUE) und versprach, sich im Landtag gegen den Bau einzusetzen. Ähnlich war vor zwei Wochen die Meinung des Landtagsabgeordneten der Linksfraktion, Hermann Schaus (Neu-Anspach/Taunus): `Absurd, solche Straßen zu bauen, wenn man Mauteinnahmen haben will.´

Auch BUE-Vorsitzender Michael Barth befürchtet, dass die Straße eher mehr Verkehr anziehen könnte als Erbach derzeit vom Fernverkehr belastet werde: `Unweigerlich wird jeder Ausbau auf der mautfreien Strecke von Hanau nach Heilbronn mehr Lastwagen-Verkehr mit sich bringen.´
Wie ein Hilferuf liest sich der Brief der BUE an den früheren SPD-Vorsitzenden und Vizekanzler Franz Müntefering, den Barth vor zwei Wochen bei dessen Besuch in Erbach übergeben hatte. Die Straße werde `über 42 Millionen Euro an Bundesmitteln verschlingen und mit Macht und unsäglichem Beton, mit Lärm und unsäglichen Abgasen, mit Zerstörung und unsäglicher Brachialgewalt unser wunderschönes Erbach zerstören´. Grüne wie Linke wollen deshalb die Kreispolitik nicht aus der Pflicht entlassen. Als ein `Armutszeugnis´ bezeichnet Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Horst Kowarsch (Beerfelden) die Entscheidung der Mehrheitsparteien, die Diskussion nicht führen zu wollen.
Die Gegner wollen sich noch nicht geschlagen geben. Weil ihm im Landratsamt eine Auskunft verweigert worden sei, beantragte Barth am Dienstag beim Darmstädter Regierungspräsidium Akteneinsicht, um sich über die behördlichen Stellungnahmen zu informieren. Außerdem kommt es in der Folgewoche am 02.06.08 zu einem seitens des Landratschefs erbetenen Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative. Die Odenwälder Linksfraktion hat dem Kreisausschuss einen dreiseitigen Fragenkatalog zukommen lassen, der ebenfalls die Haltung der Behörde zu Detailfragen einfordert. Fraktionsvorsitzender Erich Krichbaum (Brensbach) will zudem wissen: `Wie verträgt sich das Straßenbauvorhaben mit dem gerade gemeinsam im Kreistag beschlossenen Tourismuskonzept für den Odenwald?´“
„Eigentlich sollte der Kreistag über den Antrag `Keine Ortsumgehung in Erbach´ beraten und beschließen. Doch dazu wird es nicht kommen. Sitzungsvorsitzender Rüdiger Holschuh (SPD/Beerfelden) hat in Abstimmung mit dem Präsidium den Termin abgesagt, da eine Tagesordnung mit nur drei Punkten `den finanziellen und sachlichen Aufwand einer Kreistagssitzung nicht rechtfertigt´. Dies geht aus einer gemeinsamen Meldung von SPD, CDU, FDP und Überparteilichen Abgeordneten hervor. Verwiesen wird auf frühere Stellungnahmen zur Trassenführung, die sich mit der kürzlich publizierten Haltung von Landrat Horst Schnur (SPD) deckten, der keine Zweifel an der Notwendigkeit der Umgehungsstraße ließ. Im laufenden Planfeststellungsverfahren besitze der Kreistag ohnehin keine Entscheidungsbefugnis, heißt es in dem Schreiben.
Die Grünen sehen das anders und haben ihren verkehrspolitischen Sprecher im hessischen Landtag, Frank Kaufmann (Dietzenbach), dazu eingeladen, sich am Dienstag vor Ort ein Bild von der vorgesehenen Trassenführung zu machen. Begleitet von über drei Dutzend Anwohnern besichtigte er die Stellen, an denen die Tunneleingänge errichtet werden sollen und schritt gut die Hälfte des auf 3,3 Kilometer veranschlagten Straßenbauprojekts ab, das auf der Höhe der Bahnlinie zwischen dem Wohngebiet West und dem Stadtkern verlaufen soll.
`Es ist eines der irrsinnigsten Projekte, die ich je gesehen habe´, äußerte der Grünen-Politiker sich gegenüber Vertretern der Bürgerinitiative Umgehungsstraße Erbach (BUE) und versprach, sich im Landtag gegen den Bau einzusetzen. Ähnlich war vor zwei Wochen die Meinung des Landtagsabgeordneten der Linksfraktion, Hermann Schaus (Neu-Anspach/Taunus): `Absurd, solche Straßen zu bauen, wenn man Mauteinnahmen haben will.´

Auch BUE-Vorsitzender Michael Barth befürchtet, dass die Straße eher mehr Verkehr anziehen könnte als Erbach derzeit vom Fernverkehr belastet werde: `Unweigerlich wird jeder Ausbau auf der mautfreien Strecke von Hanau nach Heilbronn mehr Lastwagen-Verkehr mit sich bringen.´
Wie ein Hilferuf liest sich der Brief der BUE an den früheren SPD-Vorsitzenden und Vizekanzler Franz Müntefering, den Barth vor zwei Wochen bei dessen Besuch in Erbach übergeben hatte. Die Straße werde `über 42 Millionen Euro an Bundesmitteln verschlingen und mit Macht und unsäglichem Beton, mit Lärm und unsäglichen Abgasen, mit Zerstörung und unsäglicher Brachialgewalt unser wunderschönes Erbach zerstören´. Grüne wie Linke wollen deshalb die Kreispolitik nicht aus der Pflicht entlassen. Als ein `Armutszeugnis´ bezeichnet Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Horst Kowarsch (Beerfelden) die Entscheidung der Mehrheitsparteien, die Diskussion nicht führen zu wollen.
Die Gegner wollen sich noch nicht geschlagen geben. Weil ihm im Landratsamt eine Auskunft verweigert worden sei, beantragte Barth am Dienstag beim Darmstädter Regierungspräsidium Akteneinsicht, um sich über die behördlichen Stellungnahmen zu informieren. Außerdem kommt es in der Folgewoche am 02.06.08 zu einem seitens des Landratschefs erbetenen Treffen mit Vertretern der Bürgerinitiative. Die Odenwälder Linksfraktion hat dem Kreisausschuss einen dreiseitigen Fragenkatalog zukommen lassen, der ebenfalls die Haltung der Behörde zu Detailfragen einfordert. Fraktionsvorsitzender Erich Krichbaum (Brensbach) will zudem wissen: `Wie verträgt sich das Straßenbauvorhaben mit dem gerade gemeinsam im Kreistag beschlossenen Tourismuskonzept für den Odenwald?´“
B45er