Ein Wutausbruch
„Eigentlich sind doch die Michelstädter am bescheißendsten dran!“ Antonio war zu meiner Küchentür hereingestürmt, hatte den Platz am Tisch vis-à-vis eingenommen und sich meine erst halb geleerte Kaffeetasse herangezogen. Vorsorglich schob ich mein frisch gestrichenes Gute-Laune-Marmeladen-Frühstücks-Brötchen bescheiden nach und korrigierte: „Am beschissensten, Antonio.“ „Ja, das auch.“ gab er zurück und breitete die mitgebrachte Karte nebst selbstgefertigtem, grafischem „Kunstwerk“ auf den Tisch.

„Das ist Kacke, einfach Kacke, was die da noch vorhaben!“ Antonio nickte, um seinen Gedanken und der feuerroten Linie Nachdruck zu verleihen. Auch ich erhielt zum ersten Mal einen gravierenden Überblick zum Folgelauf der B45 ab Roßbacher Weg Richtung Norden. „Aber schau mal, Antonio, eigentlich könnten die Planer des ASV Bensheim behaupten, es handle sich auch hier um eine Ortsumgehung, der überwiegende Teil Michelstadts befindet sich nun einmal auf der Ost- und Südseite der Trasse. Und zusätzlich werden die Häuser nicht über, sondern hinter der Straße liegen, denn die Schallmauern sind beiderseits zwischen 3,50 und 5,50 Meter hoch.“ Mein Nachbar hob ruckartig den Kopf. Mit leicht zusammengekniffenen, aber feurigen Augen sah mich Antonio streng an, seine Worte hallten wie sizilianische Pistolenschüsse: „Bambino! Du hassen doch Null Ahnung! Ich lese die Seite von dem B45er, ich weiß mehr als du! Was die in Erbach nämlich in einer Röhre verstecken wollen, kommt in Michelstadt ans Tageslicht! Und wenn der B45er einen Nachbarn hat, der wie ich heißt und auch aus Palermo kommt, der aber wahrlich nicht so gut ist im Benehmen, dann sind die wenigstens Freunde! Die denken wenigstens mit, nicht so wie du, ... du, ... du verhinderter Blitzknaller!“
Dann knallte es wirklich. Die Tür fiel zu und Antonio stolperte schimpfend die Treppe hinab. Nur gut, dass ich noch einen Chianti besten Jahrgangs im Keller habe. Zum heutigen Mai-Grillfest übern Gartenzaun werde ich den wohl zur Wiedergutmachung einsetzen müssen. Sicher ist spätestens dann auch dieser extreme Güllemief verzogen.

„Das ist Kacke, einfach Kacke, was die da noch vorhaben!“ Antonio nickte, um seinen Gedanken und der feuerroten Linie Nachdruck zu verleihen. Auch ich erhielt zum ersten Mal einen gravierenden Überblick zum Folgelauf der B45 ab Roßbacher Weg Richtung Norden. „Aber schau mal, Antonio, eigentlich könnten die Planer des ASV Bensheim behaupten, es handle sich auch hier um eine Ortsumgehung, der überwiegende Teil Michelstadts befindet sich nun einmal auf der Ost- und Südseite der Trasse. Und zusätzlich werden die Häuser nicht über, sondern hinter der Straße liegen, denn die Schallmauern sind beiderseits zwischen 3,50 und 5,50 Meter hoch.“ Mein Nachbar hob ruckartig den Kopf. Mit leicht zusammengekniffenen, aber feurigen Augen sah mich Antonio streng an, seine Worte hallten wie sizilianische Pistolenschüsse: „Bambino! Du hassen doch Null Ahnung! Ich lese die Seite von dem B45er, ich weiß mehr als du! Was die in Erbach nämlich in einer Röhre verstecken wollen, kommt in Michelstadt ans Tageslicht! Und wenn der B45er einen Nachbarn hat, der wie ich heißt und auch aus Palermo kommt, der aber wahrlich nicht so gut ist im Benehmen, dann sind die wenigstens Freunde! Die denken wenigstens mit, nicht so wie du, ... du, ... du verhinderter Blitzknaller!“
Dann knallte es wirklich. Die Tür fiel zu und Antonio stolperte schimpfend die Treppe hinab. Nur gut, dass ich noch einen Chianti besten Jahrgangs im Keller habe. Zum heutigen Mai-Grillfest übern Gartenzaun werde ich den wohl zur Wiedergutmachung einsetzen müssen. Sicher ist spätestens dann auch dieser extreme Güllemief verzogen.
B45er