Eine Kopfnote
im ODENWÄLDER ECHO VOM 26.04.2008 (Auszug):
„Falsch, aber respektabel
Mit der Erbacher Westumgehung befindet sich die Verkehrsplanung auf dem Holzweg. Denn so wie die Höchster Umfahrung ihren Sinn daraus bezieht, dass die Masse der Verkehrsteilnehmer an der Gemeinde vorbei strebt, so folgt der Unsinn des Projekts in der Kreisstadt daraus, dass hier ihre überwältigende Mehrzahl ein Ziel in der gemeinsamen Stadtlage von Erbach und Michelstadt ansteuert oder dort ihren Startpunkt hat, wenn nicht sogar beides der Fall ist.
Was es an Zweckmäßigkeit zu wünschen übrig lässt, bietet das Projekt indes an Ansprüchen auf: Es verlangt, dass hunderte Einwohner eines Wohngebiets auf Ruhe, saubere Luft und ein intaktes Landschaftsbild verzichten, und es nötigt die städtische Gemeinschaft, einen wertvollen Grüngürtel samt des Schutzes der dort heimischen Bäume, Pflanzen und Tiere preiszugeben. Zumindest in ihrer Addition müssten diese Komponenten der Lokalpolitik Grund genug geben, dem Vorhaben die Gefolgschaft zu verweigern. Wenn die Stadtverordneten genau dies in ihrer Mehrzahl nicht getan haben, mag sich darin das Festhalten an ebenso überhöhten wie überholten Erwartungen an das Potenzial Erbachs äußern – oder ein Problem mit dem Eingeständnis, dass sie hier ebenso einer Fehleinschätzung unterlagen wie im daraus resultierenden jahrzehntelangen Drängen nach der Umgehung.
Mindestens ebenso gut können sich die Befürworter der Weiterführung des Projekts allerdings von der Lage jener leiten lassen haben, die in der Nähe der derzeitigen B-45-Trasse wohnen. Deren tatsächliche Not bildet einen der Hinweise darauf, dass die Parlamentarier vor keiner einfachen Entscheidung standen. So sehr ihr Wirken nämlich – wie in diesem Fall – in eine verkehrte Richtung gehen mag, so wenig machen es sich die Abgeordneten grundsätzlich mit ihrer Arbeit leicht. ...“
„Falsch, aber respektabel
Mit der Erbacher Westumgehung befindet sich die Verkehrsplanung auf dem Holzweg. Denn so wie die Höchster Umfahrung ihren Sinn daraus bezieht, dass die Masse der Verkehrsteilnehmer an der Gemeinde vorbei strebt, so folgt der Unsinn des Projekts in der Kreisstadt daraus, dass hier ihre überwältigende Mehrzahl ein Ziel in der gemeinsamen Stadtlage von Erbach und Michelstadt ansteuert oder dort ihren Startpunkt hat, wenn nicht sogar beides der Fall ist.
Was es an Zweckmäßigkeit zu wünschen übrig lässt, bietet das Projekt indes an Ansprüchen auf: Es verlangt, dass hunderte Einwohner eines Wohngebiets auf Ruhe, saubere Luft und ein intaktes Landschaftsbild verzichten, und es nötigt die städtische Gemeinschaft, einen wertvollen Grüngürtel samt des Schutzes der dort heimischen Bäume, Pflanzen und Tiere preiszugeben. Zumindest in ihrer Addition müssten diese Komponenten der Lokalpolitik Grund genug geben, dem Vorhaben die Gefolgschaft zu verweigern. Wenn die Stadtverordneten genau dies in ihrer Mehrzahl nicht getan haben, mag sich darin das Festhalten an ebenso überhöhten wie überholten Erwartungen an das Potenzial Erbachs äußern – oder ein Problem mit dem Eingeständnis, dass sie hier ebenso einer Fehleinschätzung unterlagen wie im daraus resultierenden jahrzehntelangen Drängen nach der Umgehung.
Mindestens ebenso gut können sich die Befürworter der Weiterführung des Projekts allerdings von der Lage jener leiten lassen haben, die in der Nähe der derzeitigen B-45-Trasse wohnen. Deren tatsächliche Not bildet einen der Hinweise darauf, dass die Parlamentarier vor keiner einfachen Entscheidung standen. So sehr ihr Wirken nämlich – wie in diesem Fall – in eine verkehrte Richtung gehen mag, so wenig machen es sich die Abgeordneten grundsätzlich mit ihrer Arbeit leicht. ...“
B45er