Ein anderer Ort
Im Jahr 2002 entstand die „Ortsumgehung“ der B31 in Freiburg-Nord. Die mit JA votierenden Stadtverordneten feierten sich gegenseitig und lobhudelten das Werk als zukunftsweisend und mit Bedacht geplant. Mit Baufertigstellung und Inbetriebnahme allerdings gab es ein böses Erwachen und selbst die örtliche Presse enthielt sich nicht mehr:
„Die Jubelstimmung bei den Nutznießern dieser Verkehrsverlagerung (viel zahlreicher als die lärmgeplagten Anwohner sind ja die Autofahrer, bei denen es jetzt endlich `läuft´) lässt leicht vergessen, dass es auch Leidtragende und Schattenseiten gibt. Viele Menschen in den Stadtteilen Waldsee und Littenweiler schlafen seit dem 24.10. schlechter als zuvor; für sie ist ihre Wohnumgebung nun von einem beständigen Lärmteppich überzogen, der den Aufenthalt im bislang leisen Garten zur Tortur macht. Auf dem Bergäckerfriedhof ist stilles Gedenken nicht mehr möglich, Mösle- und Konrad-Guenther-Park (bzw. was davon noch übrig geblieben ist) haben als Naherholungsgebiete aufgehört zu existieren, und für große Teile des Sternwaldes bis hinauf zum Rehagsattel ist es ebenfalls mit der Ruhe dahin. Ähnliches gilt jenseits der Stadtgrenze für den südlichen Teil des Dreisamtales – und es macht dem Unvoreingenommenen klar, was als Befürchtung stets vorgebracht worden war: Die neue vierspurige Bundesstraße bringt für viele unerwünschte Verkehrsfolgen keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung.
Mag in den beiden Tunnels der Lärm noch weitgehend `verschluckt´ werden – die dort ausgeblasenen Abgase bleiben der Oststadt bis aufs letzte Gramm erhalten und belasten nun die Menschen anderswo; besonders im Bereich der Tunnelportale ist mit bisher nicht gekannten Konzentrationen giftiger Substanzen wie Ruß und Benzol zu rechnen, deren krebsauslösende Wirkung längst erwiesen ist. Da hilft auch nicht der oft gehörte Hinweis, wonach die jetzt verschwundenen Staus zu einer großen Entlastung beitragen. Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass dieser erhoffte Effekt durch die höheren Geschwindigkeiten kompensiert wird – ganz zu schweigen vom Mehrverkehr durch die große Anziehungskraft der neuen Straße.
Neben diesen seit Ende Oktober – quasi über Nacht – eingetretenen Veränderungen gibt es aber auch Verluste zu beklagen, an die sich viele währen der sechsjährigen Bauzeit schon gewöhnt hatten: schwerwiegende Eingriffe ins Stadtbild (Schützenallee, Maria-Hilf-Platz), Zerstörung wertvoller Teile von Konrad-Guenther-Park und Dreisamwiesen sowie die Zerschneidung der einzigartigen Kulturlandschaft im Dreisamtal, um nur die augenfälligsten zu nennen. Es waren auch diese Verluste, welche jahre- und jahrzehntelang so viele Menschen zum Widerstand gegen eine solche autobahnähnliche Straße veranlasst haben.
Und deshalb war es eine zumindest unglückliche Idee der Freiburger CDU, die Stadt solle aus Anlass der B31-Eröffnung (und als Gelegenheit zur Versöhnung!) ein Bürgerfest veranstalten – sehr vielen Menschen im Freiburger Osten ist nicht nach Feiern, sondern zum Heulen zumute. Ein Fest wäre für sie nichts als eine zynische Zumutung gewesen.“
Unter dem Aspekt der Planungskorrektur, 12 Meter hohe Schallschutzmauern zu errichten, hatten die Vetreter der Stadt diesem Bau mehrheitlich zugestimmt. Was geschah?
„In den vom RP herausgegeben Planungsunterlagen war nachträglich zwischen den beiden Galerien des Schützenallee- und Kappler Tunnels ein - vom Straßenniveau aus gesehen - rund zwölf Meter hoher, mit Bäumen bepflanzter Lärmschutzsteilwall eingezeichnet. Gebaut wurde indes eine Lärmschutzwand aus Holz, die an mancher Stelle kaum vier Meter in die Luft ragt. RP-Baudirektor Hellhake gegenüber 113 Srafanzeige Stellenden und 1.400 weiteren Bürgern, welche auf einer Sammelklage unterzeichneten, hierzu: `Einem drohenden Rechtsstreit sehen wir gelassen entgegen.´“
Erinnern Sie sich noch der Frage der Stadtverordneten Barnack, wie man sich solch eine Lärmschutzwand denn an der „Umgehung“ der B45 vorstellen müsse? Die lapidare Antwort unserer Kreisel-Planer kenne ich bereits:
Der Odenwald besitzt ein großes Vorkommen an Holz. Schau mer mal, danach ist man oft klüger. Gez. ASV Bensheim.
„Die Jubelstimmung bei den Nutznießern dieser Verkehrsverlagerung (viel zahlreicher als die lärmgeplagten Anwohner sind ja die Autofahrer, bei denen es jetzt endlich `läuft´) lässt leicht vergessen, dass es auch Leidtragende und Schattenseiten gibt. Viele Menschen in den Stadtteilen Waldsee und Littenweiler schlafen seit dem 24.10. schlechter als zuvor; für sie ist ihre Wohnumgebung nun von einem beständigen Lärmteppich überzogen, der den Aufenthalt im bislang leisen Garten zur Tortur macht. Auf dem Bergäckerfriedhof ist stilles Gedenken nicht mehr möglich, Mösle- und Konrad-Guenther-Park (bzw. was davon noch übrig geblieben ist) haben als Naherholungsgebiete aufgehört zu existieren, und für große Teile des Sternwaldes bis hinauf zum Rehagsattel ist es ebenfalls mit der Ruhe dahin. Ähnliches gilt jenseits der Stadtgrenze für den südlichen Teil des Dreisamtales – und es macht dem Unvoreingenommenen klar, was als Befürchtung stets vorgebracht worden war: Die neue vierspurige Bundesstraße bringt für viele unerwünschte Verkehrsfolgen keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung.
Mag in den beiden Tunnels der Lärm noch weitgehend `verschluckt´ werden – die dort ausgeblasenen Abgase bleiben der Oststadt bis aufs letzte Gramm erhalten und belasten nun die Menschen anderswo; besonders im Bereich der Tunnelportale ist mit bisher nicht gekannten Konzentrationen giftiger Substanzen wie Ruß und Benzol zu rechnen, deren krebsauslösende Wirkung längst erwiesen ist. Da hilft auch nicht der oft gehörte Hinweis, wonach die jetzt verschwundenen Staus zu einer großen Entlastung beitragen. Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass dieser erhoffte Effekt durch die höheren Geschwindigkeiten kompensiert wird – ganz zu schweigen vom Mehrverkehr durch die große Anziehungskraft der neuen Straße.
Neben diesen seit Ende Oktober – quasi über Nacht – eingetretenen Veränderungen gibt es aber auch Verluste zu beklagen, an die sich viele währen der sechsjährigen Bauzeit schon gewöhnt hatten: schwerwiegende Eingriffe ins Stadtbild (Schützenallee, Maria-Hilf-Platz), Zerstörung wertvoller Teile von Konrad-Guenther-Park und Dreisamwiesen sowie die Zerschneidung der einzigartigen Kulturlandschaft im Dreisamtal, um nur die augenfälligsten zu nennen. Es waren auch diese Verluste, welche jahre- und jahrzehntelang so viele Menschen zum Widerstand gegen eine solche autobahnähnliche Straße veranlasst haben.
Und deshalb war es eine zumindest unglückliche Idee der Freiburger CDU, die Stadt solle aus Anlass der B31-Eröffnung (und als Gelegenheit zur Versöhnung!) ein Bürgerfest veranstalten – sehr vielen Menschen im Freiburger Osten ist nicht nach Feiern, sondern zum Heulen zumute. Ein Fest wäre für sie nichts als eine zynische Zumutung gewesen.“
Unter dem Aspekt der Planungskorrektur, 12 Meter hohe Schallschutzmauern zu errichten, hatten die Vetreter der Stadt diesem Bau mehrheitlich zugestimmt. Was geschah?
„In den vom RP herausgegeben Planungsunterlagen war nachträglich zwischen den beiden Galerien des Schützenallee- und Kappler Tunnels ein - vom Straßenniveau aus gesehen - rund zwölf Meter hoher, mit Bäumen bepflanzter Lärmschutzsteilwall eingezeichnet. Gebaut wurde indes eine Lärmschutzwand aus Holz, die an mancher Stelle kaum vier Meter in die Luft ragt. RP-Baudirektor Hellhake gegenüber 113 Srafanzeige Stellenden und 1.400 weiteren Bürgern, welche auf einer Sammelklage unterzeichneten, hierzu: `Einem drohenden Rechtsstreit sehen wir gelassen entgegen.´“
Erinnern Sie sich noch der Frage der Stadtverordneten Barnack, wie man sich solch eine Lärmschutzwand denn an der „Umgehung“ der B45 vorstellen müsse? Die lapidare Antwort unserer Kreisel-Planer kenne ich bereits:
Der Odenwald besitzt ein großes Vorkommen an Holz. Schau mer mal, danach ist man oft klüger. Gez. ASV Bensheim.
B45er