Kaum hatte ich meine Kontaktadresse eingestellt, sandten mir Leser Anfragen zur Bürgerinitiative, welche ich nicht zu beantworten vermag. Ich bin kein Mitglied dieser und betreibe diese Site als Privatperson, welche betroffen ist von der Art und Weise des Umgangs mit Informationen für von lebensbedrohlichen, lebenseinschränkenden Einschnitten gefährdeten Bürgerinnen und Bürgern. Erstaunlicherweise sagt das Grundgesetz unseres Landes sehr wenig über ein Informationsrecht aus.
Sagen Sie um so mehr IHRE Meinung zur geplanten „Ortsumgehung“ der B45 in Erbach! Verwenden Sie hierfür bitte einfach die anklickbare Schrift „Kommentar verfassen“ unter dem jeweiligen Beitrag (eine Registrierung ist nicht erforderlich). Fürs Reinschauen, also Ihr Interesse schon jetzt ein großes Dankeschön! Für hinterlassene Kommentare und für Empfehlungen nach Außerhalb um so mehr.
Ihr B45er.
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Da haben wir es wieder. Die Obrigkeit diktiert, das Volk darf den Mund halten und höchstens zähneknirschend nicken. So zumindest wünschen sich das die Erbacher Stadtverordneten. Denn was da kommen soll, belastet das Stadtsäckel nicht (aus dem ohnehin nix zu holen ist) und Steuergelder werden ja allerorten in den Sand gesetzt.
Was da kommen soll? Nun, schauen wir es uns doch einmal an.
Eine „Ortsumgehung“. TÖRÖ!
Schlichtweg Irrsinn jedoch, denn die geplante Trasse führt durch Wohngebiete. Betroffen sind 6.000 Menschen. Damit nicht genug, plant man massive Enteignungen, denn „Bist du nicht willig, so brauch ich Gewalt.“ Aber das kennen wir ja alles aus vergangenen Zeiten, als Siegfried noch mit dem Drachen kämpfte.
42 Millionen Euro sollte der Spaß ursprünglich kosten, um diesen Bau zu verwirklichen. Heute darf man von einer weit höheren Summe ausgehen, auch deshalb, weil die Planer just die gleichen sind, welche in der Höchster Umgehung den Kreisel berechneten. Aber das alles macht ja nichts, denn Bauen muss schließlich auch noch ein wenig zum Denken anregen und der Finanzhaushalt des Bundes ganz regelmäßig Ausgaben ausweisen. Wie ansonsten wären Steuererhöhungen denn noch zu rechtfertigen?!
Wie in der Streckenführung zu sehen ist, wird richtig viel Beton benötigt. Zwei Naturschutzgebiete, eines davon von der Europäischen Union auf der Roten Liste erwähnt und ein Trinkwasserreservoir, welches fast die ganze Stadt und drei Ortsteile mit dem lebenswichtigen Nass versorgt, müssen zugeschüttet werden. Schließlich sollen in naher Zukunft dicke, fette Brummis über den Schotter rollen können, um dem Gipfel die Krone aufzusetzen. ...
Dem Tunnel - ein Meisterwerk der Baukunst. Er unterführt, versteckt und schluckt. Naja, nicht ganz, also irgendwo müssen die Abgase ja hin. Aber auch hier waren die Planer feinfühlig. Mittels Turbinen an den Tunnelausgängen bläst man den Dreck einfach in die Luft, einerseits direkt in das Wohngebiet von Erbach-West, andererseits auf der Höhe einer Wohneinrichtung der Nieder-Ramstädter Diakonie und einer Altenwohnanlage. Die merken ohnehin nichts mehr! Ein wenig unverständlich erscheint die Wut der Anwohner insgesamt, bei dem oftmaligen Westwind wird doch sowieso all die ganze Pest über die Innenstadt geweht.
Wie auch der Lärm. Im Zeitalter der Posaunen von Jericho hätten sie gebraucht, was als weitere Idee der Planer einherzieht - Schallschutzwände. Bis zu fünf Meter hoch, wenn schon, denn schon. Selbst der gefährlichste Gefahrguttransporter verschwindet dahinter, wenn er nicht gerade im Wasser versackt und daraus eine Giftsuppe zaubert, mit der endlich der aufwändige Schutz von Gekreuch und Gefleuch überflüssig wird. Dafür wird ja auch eine Menge Geld lockergemacht und das kann man dann wieder in den Topf bringen, aus dem neue Ideen sprießen. Wie wäre es mit einer Müllverbrennungsanlage neben dem Alexanderbad? Also im Sommer ist da echt viel Unrat zu entsorgen.
Kennen Sie bestimmt auch – den laufenden Meter Gardinenstoff, den laufenden Meter Wurst, den laufenden Meter Rollrasen. Beim Rollrasen wird das schon etwas kritisch, denn da gilt die Abnahmemenge von mindestens 40. Also Metern. Bei Tunneln ist das anders. Die bekommt man sicher auch – vorausgesetzt man hat genügend Bares oder eine Geliebte bei der Bank – in 50-Zentimeter-Stücken. Macht bei idealem Boden, welchen es auszuheben gilt, 5.000 Euro. Stößt man allerdings auf den Buntsandstein, welcher im Odenwald recht reichhaltig vorkommt oder auf Anderes, tief im Erdreich Verborgenes, kann so ein halber Meter tatsächlich bis zu 15.000 Euro kosten. Nun kennen Sie ja bereits die Qualität der Planer und ahnen sicher, worauf das hinauslaufen könnte. Falsch gedacht! Denn ich würde gern für meine Katze solch einen halben Meter bestellen, weil sie sich – dick, wie sie ist – stets durch die engen Streben des Gartenzaunes zwängen muss, um auf die Pirsch zu gehen. Macht den gleichen Sinn. Das große „Vorbild“, die geplante Umgehungsstraße, wird auf 750 Metern untertunnelt wegen genau acht (!) Häusern plus einem Hof. Dem der Bahn. Wenn ich richtig rechne, kostet der kleine, leicht verspätete Aprilscherz damit mindestens 7.500.000 Euro – und das bei idealen Bedingungen! Jetzt aber kommen unsere Planer ins Spiel, die Kreiselplaner sozusagen. Die sprachen in der Vorstellung Ihres Höhlenprojekts gleich mal von 30.000.000 Euro. Vorsichtshalber! Schwant Ihnen was? „Alles für die Katz“? Ja, genau, der Meinung bin ich auch!
Antonio, mein unmittelbarer Nachbar, ist Italiener. Früher war er feurig, heute ist er nur noch Italiener. Obwohl er schon seit den Sechzigern in Deutschland lebt, hat er in einigen Fällen nach wie vor seine Probleme mit der hiesigen Sprache. „Hast du auch unterschreibt auf der Sammelliste?“ fragt er mich am Sonntagnachmittag über den Gartenzaun. „Unterschrieben, Antonio, unterschrieben!“. Ich lächle ihm nickend zu, aber ihm fehlt es an dem sonst üblichen, sehr freudigen Temperament. „Alles Mafia!“ schimpft er. „Einen Furz lass ich drauf, alles Mafia!“
Nun, Antonios Furz vermag Berge zu versetzen, Täler zu sprengen, eine „Umgehungsstraße“ wie die geplante B45 ist ein Pups dagegen. Muss nicht sein, denke ich und suche das Gespräch, obwohl ich eigentlich im Bergbaukatalog nach einem halben Meter Tunnel suchen wollte.
Antonio meint tatsächlich, es gäbe Machenschaften. Abhängigkeiten in der politischen Positionierung. Praktisch ein „Gibst du mir, geb ich dir.“ Er sagt, in seinem ehrwürdigen Palermo käme in solchen Angelegenheiten eine Pistole zum Vorschein, hier in Old Germany nur der Geldschein. Zweifel regen sich in mir, doch Antonio ist sich seiner Überlegung sicher. „Wie sonst meinst du, könnten die Oberen der Stadt eine solche Sauerei für gut beheißen?“ Den Hinweis auf den kleinen Fehler verkneife ich mir ebenso, wie irgendwelche Einwände. Antonios Fürze haben auch die schlechte Angewohnheit, zu stinken und dafür ist die Odenwälder Luft an diesem sonnigen Apriltag einfach zu rein.
Nein, sie muss sich nicht bestätigen. Ist eben nur so eine Befürchtung. Haben SIE sich eigentlich schon einmal eine Lärmschutzwand vorgestellt? Ich meine sinnbildlich. Falls nicht, ich googelte mich durch und fand diese, auserwählt, weil ich sie als besonders schalldämmend empfand und begrünungsbedüftig. Zwei Fliegen mit einer Klappe sozusagen und die kommende wird definitiv auch nicht anders aussehen, wenn es nach dem Willen des Amts für Straßen und Verkehrswesen (kurz ASV) geht. Jetzt leuchtet ein, warum Nachfrage für das Wohnen (zukünftig) geistig Behinderter oder (zukünftig) von Alzheimer geschüttelter Senioren „Am Rossbächlein“ besteht.
Sie, wie auch ich, werden die Mauern nicht mehr ertragen können. Aber das ist nur so eine Befürchtung. Denn das Bild wirkt viel harmonischer. …
Dafür kann unser Erbach „auf die Kacke hauen“, letztendlich hat nicht jede Kreisstadt so etwas zu bieten. Die meisten anderen Städte wehren sich sogar dagegen. Allerdings haben die - so denke ich - keine Alten- und Pflegeheime, dafür aber zukunftsorientiertere Stadtverordnete. Unsere Vetreter hingegen besitzen durchaus die Macht, für reichlich Nachschub oben genannter Endstationen zu sorgen und ich habe nicht die leiseste Ahnung, warum mir jetzt ausgerechnet Antonio in den Sinn kommt.
Ach wären wir doch nur im Wahljahr! Die CDU schenkte uns den kletternden Efeu, die SPD die kriechende Variante, die FDP den sich windenden, die Grünen gar den immerimmerimmergrünen und die ÜWG vielleicht sogar den kunterbunten. Zwar würde keine Partei wirklich den Grund der Begrünung stoppen und damit klar Stellung beziehen, aber zumindest die Befürchtung würde sich bewahrheiten. Ist ja auch etwas in diesen unsicheren Zeiten, oder?
„FDP gegen Umgehung
Infrastruktur: Erbacher Liberale kritisieren derzeitige Variante der geplanten Straße
ERBACH. In einer Pressemitteilung lehnt der Vorstand der FDP Erbach die vorgelegte Planung zur neuen B-45-Ortsumgehung Erbach ab. Nach Ansicht der Liberalen gibt es bessere Varianten, die gerade im neuen Miteinander mit der Nachbarstadt Michelstadt umfangreicher, ganzheitlicher und verträglicher gestaltet werden könnten und neu zu erarbeiten seien. Nach Anhörung der Ausführungen des Amts für Straßen und Verkehrswesen (ASV) und der Gegenargumente könne die vorgelegte Variante nur als die schlechteste Lösung der möglichen Varianten gewertet werden.
Bei allem Verständnis für die Anwohner der bestehenden B-45-Ortsdurchfahrt mache es jedoch keinen Sinn 42 Millionen Euro zu investieren mit dem Ergebnis einer nur geringen Entlastung für sie und einer hohen neuen Belastung der B-45-neu-Anwohner.
Die FDP befürchtet `eine starke Lärmbeaufschlagung aller seitlich und oberhalb der neuen Trasse gelegenen Gebiete, so dass auch der östliche Stadtkernbereich betroffen wäre´. Schließlich würde ihrer Ansicht nach das Projekt den Anstrengungen und Investitionen zuwider laufen, um den Tourismus als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Odenwaldes zu stärken. Nach dem Bau der Umgehungsstraße würde ein Tourist bei der Durchfahrt durch Erbach und Michelstadt nichts als hässliche, schallreflektierende Wände sehen. Und Erbach werde dann wortwörtlich `durch einen tiefen Graben gespalten´.
Unter anderem kritisieren die Liberalen außerdem die nicht an heutige Bebauungsdaten angepasste Planung, den massiven Eingriff in Natur und Landschaftsbild sowie hohe Folgekosten für Erbach mit dem Ausbau der Kreisstraße 42 und der Anbindung der Werner-von-Siemens-Straße. Die FDP-Erbach spricht sich für eine Ortsumgehung aus, die auch Ihren Namen verdient."
Hier der Gesamtwortlaut:
"Erbach 12.4.2008 - Nach unserer Ansicht gibt es bessere Varianten, die gerade im neuen Miteinander mit unserer Nachbarstadt Michelstadt umfangreicher, ganzheitlicher und verträglicher gestaltet werden können und neu zu erarbeiten sind.
Nach Anhörung der Ausführungen des ASV und der Gegenargumente kann die vorgelegte Variante nur als die schlechteste Lösung der zur Verfügung stehenden Varianten gewertet werden.
Bei allem Verständnis für die Anwohner der bestehenden B45-Ortsdurchfahrt macht es jedoch keinen Sinn 42 Mio. € zu investieren und als Ergebnis eine nur geringe Entlastung der B45-alt-Anwohner und eine hohe neue Belastung der B45-neu-Anwohner zu erhalten.
Auch befürchten wir eine starke Lärmbeaufschlagung aller seitlich und oberhalb der neuen Trasse gelegenen Gebiete, so dass auch der östliche Stadtkernbereich betroffen wäre.
Wie man in den letzten Tagen der Presse entnehmen konnte, wurden viele Anstrengungen und Investitionen unternommen, um den Tourismus, als einen der wichtigsten Wirtschaftszweige des Odenwaldes, zu stärken und damit zukunftsfähig zu machen. Nun sollten 42 Mio. € ausgegeben werden, um riesige, teilweise bis zu 5 Meter hohe Schallschluckwände zu erstellen. Die Folge ist, dass ein Tourist bei der Durchfahrt durch Erbach und Michelstadt nichts als hässliche, schallreflektierende Wände sieht, die nur einen Wunsch zulassen: Gas geben, dass man diese unwirkliche Stätte so schnell wie möglich hinter sich lässt.
Wenn man sich mit den für die Geschicke der Stadt Erbach Verantwortlichen unterhält, so kann man sich des Eindruckes nicht erwehren, dass nach der jetzigen Visualisierung der Art und des Umfanges der Umgehungsstraße gerade bei den damaligen Befürwortern des Planes sich vermehrt Ablehnung breit macht. Dies möchte man aber wohl nicht öffentlich kundtun, um sich nicht eingestehen zu müssen, das Projekt auf dem Plan nicht im völligem Umfang überblickt zu haben.
Erbach wird, wenn diese Strasse tatsächlich in der geplanten Form umgesetzt wird, wortwörtlich `durch einen tiefen Graben gespalten´.
Hauptkritikpunkte sind für uns:
- Zusätzliche Emissionsbelastungen großer Wohngebiete,
- zu geringe Entlastung der Anwohner B45-alt,
- keine den tatsächlichen Gegebenheiten angepasste Planung (Bebauungsdaten aus 1985!),
- massiver Eingriff in Natur und Landschaftsbild,
- keine ganzheitliche Lösung für Erbach-Michelstadt,
- hohe Folgekosten für Erbach (Ausbau K42 und Werner-von-Siemens-Strassen-Anbindung),
- Einbußen im Tourismus.
Die FDP-Erbach spricht sich für eine Ortsumgehung aus, die auch Ihren Namen verdient. Die neue Strasse muss der großen Mehrzahl der Bürger Erbach´s eine Entlastung bringen und dies sehen wir in der vorliegenden Variante nicht umgesetzt.
Zählen kann man heutzutage alles. Münzen und Geldscheine, Tickets für die Fußball-EM, Laborkolonien, Besucher einer Homepage, Backwaren und so weiter und so fort. Dafür gibt es natürlich Automaten. Bei PKWs, LKWs und auch Straßenbaugegnern sieht das etwas anders aus. Zwar gibt es für die ersten beiden Kategorien einen Radar-Zählautomaten, aber wer hört schon gern das Wort RADAR. Also wird (auf Rückfrage beim ASV Bensheim) die sogenannte händische Variante vorgezogen, schlicht und ergreifend setzt man Schülerinnen und Schüler an eine Kreuzung (Man vermeidet den Einsatz von Straßenbaubeamten, da diese innerhalb kürzester Zeit einschliefen.) und lässt unbedarfte Neunklässler an fragwürdiger Frischluft Striche machen. Schön gerade sollten diese sein, in sauberen Abständen, damit eine Auswertung leicht möglich ist.
In unserer Verwandtschaft lebt solch ein personifizierter Fahrzeugzählautomat, ein echt zu jeder Gaudi aufgelegter Teenager. Bei einem Familientreffen vor kurzer Zeit kam die händische Variante ins Gespräch und – nennen wir ihn einfach Z. – aus dem Lachen nicht mehr heraus. „Gezählt“, so prustete er, „hat da doch keine Sau! Wir ham uns n Bier geholt und als XXX* kam, warn ganz viele Striche auf dem Zettelblock.“ Sein Grinsen während des Kurzberichtes erinnert mich an meine eigenen Jugendsünden, aber das ist ein anderes Thema.
Mit diesem Strichergebnis nunmehr beschäftigt sich eine Woche später ein Straßenbaubeamter. Schlaftrunken tippt er die „Ergebnisse“ in seine Rechenmaschine (auf Nachfrage beim ASV Bensheim gibt es solche) und lässt Striche zu Balken werden. Balkendiagrammen, welche relativ genau eine Prognose abzeichnen. Eine Prognose des zu erwartenden Fahrzeugaufkommens. Da die Rechenmaschine das Denken zumindest dieses Beamten ersetzt, sagt sie ein Chaos voraus. Das zu erwartende Verkehrschaos auf der B45. Was ich damit eigentlich sagen will? Irgendwie ist eben alles im Leben relativ. Auch die Theorie.
(*XXX bedeutet nicht drei Kreuze, sondern schlicht und ergreifend die Vermeidung des Namens des gebeutelten Lehrers.)
Südkurven kennt man aus Fußballstadien, sie sind die Sammelplätze für die Fans der einheimischen Mannschaft. In der geplanten Kurve Richtung Süden der „Ortsumgehung“ dürften sich bei Baurealisierung Einheimische wohl kaum einfinden, allerhöchstens ein paar höhentaugliche Befürworter des Projekts und schwindelfrei müssen diese tatsächlich sein. Die Trassenführung dort erreicht nämlich ein Niveau von SECHS METERN über dem Gleisbett der Bahn! Zur genaueren, bildlichen Vorstellung: Die neu geplante B45 zöge sich dann als Brückenhalbkreis auf Höhe des Daches der ROWENTA und ermöglichte somit gar die händische Zählung von LKWs direkt aus einem höher gelegenen Klassenzimmer mancher Schule heraus, aus weiträumigen Anliegerwohnungen ohnehin. Auch hier haben die Planer eben mitgedacht, vergaßen nur leider (völlig versehentlich versteht sich - eben unsere Kreiselplaner), dies bei der Vorstellung gegenüber dem Bauausschuss zu erwähnen.
In frostigen Zeiten dürfte es auf der Bobbahn der Superlative für den rollenden Verkehr ein kleines Problem geben. Eis- und Schneeglätte. Aber vielleicht verkauft ein cleverer Geschäftsmann zu Steigungsbeginn am Roßbacher Weg in einer kleinen Holzhütte mit Kamin dann Schneeketten.
Anwohner der Hochstraße werden sich bezüglich der im Baufalle zu erwartenden Verkehrsflut sicher fragen, welche Mindestanforderungen eine Straße in ihrer Gesamtbreite erfüllen muss. 3,05 Meter sind es genau, da man bei LKW eine durchschnittliche Breite von 2,55 Metern annimmt. Mit diesem Wissen gewappnet machte ich mich auf den Weg und suchte die engste Stelle der ohnehin schmalen Durchfahrt. 4,10 Meter maß das Band und damit verbleiben beidseits eines durchschnittlichen LKW runde 75 Zentimeter. Strecken Sie nun doch bitte freundlicher Weise einmal Ihren durchschnittlichen Arm. Prima, damit haben Sie die Distanz zwischen Hauswand und LKW-Ladewand.
Wo meine Katze sich herumtreibt, weiß ich nicht immer, auf der Suche nach einem überdurchschnittlich scharfen Kater könnte sie sich durchaus auch einmal in die entlegene Hochstraße verirren. Stellen Sie sich nun vor, einer der Cowboys der Landstraßen begegnete in diesem Nadelöhr meiner fetten Katze oder gar einem Anwohner, oder … einem Kind, das in der Hochstraße eine Abkürzung des Schulweges suchte und fand. Meine fette Katze würde wohl am ehesten eine Überlebenschance besitzen. Denn die normale Schulterbreite eines durchschnittlichen Schulkindes beträgt 40 Zentimeter. Nun strecken Sie doch bitte einmal Ihre durchschnittliche Hand aus. Nur die Hand. Dieser Abstand in etwa verbliebe dem Sprössling zwischen Hauswand und LKW. Wenn sich alles in den Grenzen des mathematischen Durchschnitts bewegt. Bei meiner Katze würde man sagen, sie war zu fett. Und was bei einem Schulwegabkürzer?
Vor dem Hintergrund der sehr eiligen Durchsetzungsmaßnahmen zum Bau der „Umgehungsstraße“ macht ein Presseartikel des Landratsamtes Odenwaldkreis vom 23.01.2006 sehr nachdenklich. Darin heißt es: „Mit dem dringenden Appell und der ausdrücklichen Bitte, den Feinstaub-Aktionsplan Darmstadt zumindest punktuell zu überdenken, hat sich der Landrat des Odenwaldkreises, Horst Schnur, an das Hessische Umweltministerium, das Hessische Verkehrsministerium sowie den Darmstädter Oberbürgermeister Walter Hoffmann, gewandt. Schnur verlangt ... `großzügige Ausnahmeregelungen vom Nachtfahrverbot für Betriebe mit besonderem Bedarf´. Der Landrat bezieht sich dabei auf Pläne von Kommunen aus dem Darmstädter Umland, Streckenabschnitte für Lkw zu sperren, auf die der Schwerlastverkehr infolge des Durchfahrtverbots in Darmstadt ausweichen könnte.
Schnur macht noch einmal auf die Tatsache aufmerksam, dass der Odenwaldkreis im Vorfeld der Diskussion um den Feinstaub-Aktionsplan Darmstadt `bewusst ausgegrenzt wurde´ und nun aufgrund der vorgesehenen Beschilderung das `ganze Ausmaß der Auswirkungen für das Umland und insbesondere für den Odenwaldkreis erkennbar ist´.“
Man muss etwas zwischen den Zeilen lesen können, um zu begreifen.
Horst Schnur (!) wandte sich an das Hessische Umweltministerium, das Hessische Verkehrsministerium und in gleichem Zusammenhang an den Hessischen Minister für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung mit abschließend klareren Worten: „Zusammen mit der Hessischen Straßen- und Verkehrsverwaltung bin ich daher seit Jahren bemüht, Maßnahmen zur Stärkung der Leistungsfähigkeit der B 45 aber auch der B 38 als die Hauptverkehrsachsen des Odenwaldkreises in Nord-Süd-Richtung zu ergreifen und umzusetzen ...“
Im Normalfall vergeht einem beim Lesen dieser Forderung und des damit einhergehenden politischen Drucks das Lachen. Im Normalfall. ...
ORIGINALTEXT (nebst Bild) HR ONLINE VOM 17.04.2008:
„Die Bundesstraße 45 ist eine der wichtigsten Straßen im Odenwald. Ein Engpass wird mit dem Bau einer Umgehungsstraße um Höchst gerade entschärft. Jetzt läuft das Planfeststellungsverfahren für eine weitere Ortsumgehung und die soll mitten durch Erbach führen. Doch der Widerstand gegen das Projekt wächst. Nicht nur eine Bürgerinitiative kämpft gegen die aktuellen Pläne, auch im Planungs- und Bauausschuss ist das Vorhaben umstritten.
Mehr Tunnel oder gar keine Straße?
Die neue B 45 soll zwischen der Kernstadt und einem westlich gelegenen Wohngebiet verlaufen. Ein Tunnel und meterhohe Lärmschutzwände sollen die Bürger schützen. Doch die Pläne für den Tunnel halten viele für veraltet, da sich das benachbarte Wohngebiet inzwischen ausgedehnt hat. Deshalb fordern Magistrat und Bauausschuss einen deutlich längeren Tunnel: Mindestens 500 Meter mehr, heißt es im Entwurf für die Stellungnahme der Stadt Erbach.
Neben einer Bürgerinitiative wollen auch FDP und Grüne den Bau der Straße verhindern. Die Verlängerung des Tunnels würde die Kosten für das Projekt voraussichtlich um einen zweistelligen Millionenbetrag erhöhen. Bisher soll die Umgehungsstraße etwa 42 Millionen Euro kosten. Die Gegner erhielten bei der öffentlichen Sitzung des Bau- und Planungsausschusses am Mittwochabend zwar viel Applaus, die Zustimmung des Gremiums blieb ihnen allerdings verwehrt.
`Kehrtwende kommt zu spät´
Bürgermeister Harald Buschmann (CDU) erinnerte daran, dass die Stadtverordneten vor drei Jahren mit großer Mehrheit für die Umgehungsstraße gestimmt haben und es jetzt für eine Kehrtwende zu spät sei. Am Ende beschließt der Ausschuss einen Entwurf für die Stellungnahme der Stadt. Darin wird gefordert, dass der Tunnel um mindestens 500 Meter verlängert werden soll. Über den Antrag sollen die Stadtverordneten in einer Woche abstimmen.“
Schließlich ist er der Meister der Bürger und damit natürlich auch seiner Untergebenen, von Amts wegen wie auch sonst. Vor Beschlussfassung des Bauauschusses zur geplanten „Ortsumgehung“ am 16.04.2008 ergriff Harald Buschmann das Wort und bat um eine faire Auseinandersetzung in der Themendebatte. Hauptsächlich natürlich gerichtet an das Volk, welches sich wiederum raumumgreifend eingefunden, jedoch ohnehin sprachlos zu sein hatte. Er, so Buschmann, müsse seine Bediensteten schützen und wenn man an den ersten Termin der Sitzung denkt, dem, da die spaßigen Kreiselplaner zu Wort kamen, ging der gezielte Wortbeitrag einer Mitbürgerin gegen Christa Weyrauch dann wohl doch unter die Gürtellinie. Schließlich war sie es, die den Ortswechsel in das Vereinshaus ermöglicht hatte, um vielen Betroffenen Einlass zu gewähren.
Zurück jedoch zum Pastorienmeister, welcher kurze Zeit später in seiner ausschweifenden Rede (manchmal beschlich mich der Verdacht, sie würde bis ins Wochenbett des kleinen Harald führen) bereits den ultimativen Höhepunkt des Abends erreichte, obwohl der gerade erst begonnen hatte. Der Rathauschef gab nämlich den Abstimmenden zu „bedenken“, der Bund könne nach den jahrelangen Planungen und Verwerfungen und Neuplanungen bei Ablehnung (der sogenannten „Kehrtwende“) des Bauprojekts REGRESSFORDERUNGEN an die Stadt Erbach stellen! Hier vergaß ich das Schlucken!
Nach einem Einwand der Bauausschussvorsitzenden revidierte er sich zwar vehement, doch was bleibt, ist ein sehr fader Nachgeschmack. Ein umgehungspolitischer Bürgermeister muss wohl sein eigen Schäfchen ins Trockene bringen. Schnurgerade und inkompetent ... hole ich mir jetzt mal einen Nordic-Walking-Joghurt aus dem Kühlschrank und hoffe, dass meine fette Katze den auch mal probiert. Falls die ihn nicht frißt, erwäge ich einen Regress gegen ... öhm ... den Tierschutzbund?
MELDUNG IM ODENWÄLDER ECHO - ERSCHIENEN BEREITS AM 08.04.2008:
„Zwar läuft die Frist für Bedenken und Anregungen im Planfeststellungsverfahren zum Neubau der Bundesstraße 45 (Ortsumgehung Erbach) für die Stadt erst am 5. Mai ab. Aber bereits zu Beginn dieser Woche kündigte Bürgermeister Reinhold Ruhr im Bau-, Verkehrs- und Denkmalpflegeausschuss kommentarlos an, „dass der Michelstädter Magistrat keine Einwände geltend machen wird“. Von der Planung ist auf Michelstädter Gemarkung allein ein Teilstück auf dem Rossbacher Weg betroffen. Dafür trägt bislang die Stadt die Straßenbaulast, ist also für ihren Unterhalt verantwortlich. Wenn dort nach der auf mindestens vier Jahre geplanten Bauzeit für die komplette Erbacher Ortsumgehung die neue Trasse der B 45 verläuft, erlischt diese Unterhaltsverpflichtung. Stattdessen bekommt die Stadt die Verantwortung für das alte Teilstück der B 45 zwischen der Stockheimer Kreuzung bis zur Gemarkungsgrenze in Richtung Erbach, weil dann die Bundes- zur Kreisstraße zurückgestuft werden soll. Die Baukosten für die 3293 Meter lange Umgehung inklusive dreier Brücken, zweier Tunnelbauwerke und aller Aufschüttungen und Erdeinschnitte wird auf fast 42 Millionen Euro geschätzt.“
Ein verspäteter Seitenhieb auf die nicht zustande gekommene Fusion beider Städte im Hinblick auf die Tatsache, dass gerade Erbach dieser Partnerschaft Einhalt gebot? Oder handelt es sich bei dieser seitens zumindest des Reinhold Ruhr unkommentierten Stellungnahme um die gezielte Vororientierung auf den vierspurigen Ausbau der Amorbacher Straße? Anlieger dieses Verkehrsbereiches, aber auch des entstehenden Nadelöhrs zwischen Hulster und Frankfurter Straße, dürften langsam schlaflose Nächte bekommen, denn bei einer Durchsetzung der „Ortsumgehung“ in Erbach würde genau da das Chaos ausbrechen. Ohne Schallmauern!
Bericht des SCHILD am SONNTAG (Erscheinungsdatum 20.04.2008):
Erbach/Odenwald - Wie erst vor kurzem bekannt wurde, hat sich eine ungewöhnliche Protest-Rock-Band gegen den Bau einer „Umgehungsstraße“ der B45 in Erbach unter dem Namen „Die Zimmerer“ („The Zimmerers“) gegründet, welche vor allem auf die Bedürfnisse von Seniorinnen und Senioren in der Odenwaldstadt aufmerksam machen will. Frontmann Josef Olt erklärte gegenüber SCHILD am SONNTAG, es sei eine Schande, in welchem Umfang Steuergelder verschleudert würden, während dringend erforderliche Rentenanpassungen sich nur schwer durchsetzten. Eine Region, in der viele betagte Menschen ihren Wohnsitz gefunden hätten, so Olt weiter, benötige kein Betonmonster mit Abgasdunst und Großstadtlärm. Keiner habe Interesse mehr, das Wohn- oder Pflegeheim für Spaziergänge zu verlassen, wenn Erbach seinen Reiz an städtebaulicher Schönheit, belassener Natur und reiner Luft verliere. Es sei an der Zeit, auch oder gerade über die Bedürfnisse der älteren Generation nachzudenken und deshalb sei die Idee zu dem Song „Meine Generation“ („My Generation“) entstanden, in der sich eine wirksame Form der Ablehnung dokumentiere.
„Die Zimmerer“ werden voraussichtlich am 24.04.2008, 20.00 Uhr in der Werner-Borcherts-Halle in Erbach ihren ersten Auftritt feiern. SCHILD am SONNTAG veröffentlicht vorab das gleichzeitig produzierte Video.
Erster Güte sogar. Gemeint ist der Bahnhof. Nein, er ist noch nicht in den Tunnel gestürzt, das wäre eine Was-Wenn-Erzählung. Vielmehr erscheint er wie das Zünglein an der Waage. Holländische Hamsterbacken nämlich kauften das gute Stück und erfüllten als erste Schnurs Wunsch, dass neue Investoren für die Region gewonnen werden müssten. Hier klappte das sogar ohne eine „Ortsumgehung“. Ausgerechnet aber diesen ersehnten Geldgebern nun will man ihr Eigentum durch Vorkaufsrechte der Stadt wieder entziehen. Als ich über meinen halben Meter Tunnel nachdachte, verwarf ich den Gedanken schon vier Tage später. Es war mir einfach nicht gelungen, so schnell eine Geliebte bei der Bank aufzutreiben und mein ganzes Bares dafür einzusetzen, käme einer Verschuldung gleich.
Millionäre sehen derartige Entscheidungen allerdings wesentlich gelassener. Schuldenmillionäre. Erbach, in dieser Who-is-Who-Liste mit knapp zehn Millionen Euro Miesen auf vorderem Rang, will sich nicht lumpen lassen. Das Bahnhof-Schnäppchen von 175.000 Euro klingt in der Gesamtkonstellation ohnehin wie ein Taschengeld. Dennoch fragt sich der Normalbürger, warum? Doofe Frage natürlich, denn „warum“ fragen nur Menschen, die nach Erklärungen suchen und erklären will sich in dieser Beziehung so recht niemand. Schlicht und ergreifend nämlich könnte herauskommen, dass die schlitzohrigen Niederländer aus der Untertunnelung Eigenkapital schlagen könnten oder und hier liegt der Hauptgrund, den Tunnel durch Grundbesitzrechte weiter verteuerten.
Tipp des Finanzexperten Dr. Übermuth: ENTEIGNUNG! Da werden die Käse-Heinis aus Antwerpen endlich mal gutes deutsches Recht kennen lernen und den Erbacher Kleingrundbesitzern an der geplanten Trassenführung gleich behandelt. Eine schöne Geste an die Europäische Union und potentielle einheimische Investoren.
Aus den Forderungen der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau an den Entwurf des Regionalplan Südhessen / Regionalen Flächennutzungsplan 2007:
„Wir sind überzeugt, dass die Menschen den Auftrag haben, Gottes Schöpfung zu erhalten und weiter zu entwickeln. Die Regionalplanung wird deshalb auch daran gemessen, ob sie die natürlichen Ressourcen für Pflanzen, Tiere und Menschen nachhaltig sichern will und nicht kurzfristige ökonomische Interessen voranstellt, die die Vielfalt und Reichhaltigkeit des Lebens in unserer Region beeinträchtigen oder gar zerstören.
Das Hessische Statistische Landesamt errechnet für 2020 statt der projizierten Zahl von 3.856.805 lediglich eine Bevölkerung von 3.708.875 Personen in Südhessen. Dieses bedeutet statt eines Bevölkerungswachstums einen Bevölkerungsrückgang gegenüber 2002 von 52.874 Personen.
Die Sicherung oder Wiederherstellung von Kalt- und Frischluftschneisen und der Ausbau von Naherholungsgebieten kann nur gelingen, wenn Verkehrs- und Siedlungsplanung entsprechend begrenzt werden, die Gebiete durch Fuß- und Fahrradwege gut erschlossen sind und der motorisierte Individualverkehr in diesen Gebieten erheblich reduziert wird.
Ziel sollte die Entkopplung von Flächenverbrauch und Wirtschaftswachstum sein. Der Schwerpunkt sollte beim vorsorgenden Bodenschutz liegen, der ein wichtiges politisches Querschnittsthema darstellt. Bisher setzen sich bei konkurrierenden Raumnutzungsansprüchen und Neuausweisungen von Bau- und Infrastrukturflächen stets die kurz- bis mittelfristigen ökonomischen Interessen durch zu Lasten des Schutzes des Naturkörpers Boden. Dafür sind u. a. ein deutlicher Bewusstseinswandel bei den Entscheidungsträgern sowie eine Neuorientierung der Siedlungs- und Verkehrspolitik notwendig. Auch die vielfältigen Funktionen von intakten Böden für den Wasserhaushalt sowie für den Klimaschutz werden unterbewertet. Hier ist aus Gründen der Nachhaltigkeit ein deutliches Umdenken erforderlich.
Die Gebietskörperschaften sollten anhand von empirischen Daten über ihre Bevölkerungsentwicklung die jeweiligen Bedarfsbegründungen konkret und verbindlich nachweisen müssen. Denn nach wie vor sehen viele Kommunen, denen ein Schrumpfungsprozess prognostiziert wird, in der Gebietsneuausweisung eine scheinbar simple Maßnahme zum Stopp des Trends des Bevölkerungsrückgangs. Dabei wird häufig die Wiederbelebung der Ortskerne sträflich vernachlässigt.
Das Papier formuliert die Zielvorstellung der Reduzierung von CO2-Immissionen und der Feinstaubbelastung. Vor dem Hintergrund des beschriebenen Grundkonflikts muss jedoch besonders beachtet werden, dass jegliche Verkehrsplanung der Reduzierung der Lärm- und Schadstoffbelastung in der Region dienen sollte.
Aus umweltethischen Grundsätzen teilen wir die Vorrangigkeit der Investitionen im Öffentlichen Personennahverkehr gegenüber dem motorisierten Individualverkehr. Da jedoch im regionalen Flächennutzungsplan zugleich in großem Ausmaß Straßenbauprojekte vorgesehen sind, ist aus kirchlicher Sicht auf der Umsetzungsebene der absolute Vorrang des ÖPNV nicht klar erkennbar.
Bei der Beseitigung von Straßenengpässen ist grundsätzlich zu überlegen, ob dieser Ausbau nicht ein weiteres Wachstum von motorisiertem Individualverkehr nach sich zieht. Begründet wird der Ausbau durch eine zunehmende Mobilität, die unhinterfragt bleibt.
Insgesamt ist aus unserer Sicht von den Grundzügen her eine nachhaltige und umweltschonende Verkehrspolitik angedacht, die allerdings durch vielerlei Einzelmaßnahmen verwässert bzw. konterkariert werden. Bei einer möglichen Umsetzung des regionalern Flächennutzungsplanes wird es daher wichtig sein, dass die jeweils Beteiligten auch bei den einzelnen Baumaßnahmen sich verstärkt von dem Ziel einer Minimierung des motorisierten Individualverkehrs leiten lassen.“
Wie ECHO ONLINE meldet und eigentlich bekannt sein dürfte, ist auch in Groß-Bieberau eine Ortsumgehung angedacht. Vier alternative Streckenführungen stehen zur Debatte und von vorn herein spricht man hier mit den Bürgern. „Retentionsraum“ (Anm.: der durchaus auch im Bereich des Erbacher Rossbächleins gegeben ist) „sei ein K.o.-Kriterium für jede Planung, sagte Bürgermeister (!) Seubert. So war es in der alten Planung des ASV noch nicht möglich, die Gersprenzaue zu queren, weshalb die Behörde ultimativ den Trassenverlauf entlang der Bahnlinie direkt hinter der Wohnbebauung favorisierte. Da die Trasse zudem Sportplätze und Freizeitgelände im Osten der Stadt abgetrennt hätte, war sie politisch nicht durchzusetzen. Die 2,5 Kilometer lange Trasse verliefe hinter dem Schützenhaus und durchschnitte ein nach Meinung Werner Seuberts wichtiges Biotop und läge in Ausschnitt des Hangs.“ „Landschaftsästhetik“, Bürgernähe in der Bewertung der Planung und eine „ortsferne Lösung“ sind die maßgebenden Kriterien weit im Vorfeld einer Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan.
● Darmstadt
Auch hier bewegt eine Umgehung die Gemüter. „Der Bau der Nordostumgehung schadet dem Darmstädter Einzelhandel, weil die Straße die Kunden aus dem Odenwald direkt zum neuen Einkaufszentrum in Weiterstadt führt. Statt dieser Umgehungsstraße solle der öffentliche Nahverkehr so gefördert werden, dass die Bewohner aus dem Umland gern mit der Straßenbahn in die Darmstädter Innenstadt kommen. Diese Ansicht vertritt die Bürgerinitiative „Ohne Nordostumgehung“ in einem offenen Brief an die Industrie- und Handelskammer.“ Und weiter: „Die Nordostumgehung halte einer Kosten-Nutzen-Analyse nicht stand. … Durch den Bau der Nordostumgehung werde Darmstadts größtes und beliebtestes Freizeit- und Sportgelände für Jahre unbenutzbar, weil die Straße in einem Tunnel unter dem Bürgerpark verlaufe. Dieser Tunnel werde in offener Bauweise ausgeführt. Statt der Nordostumgehung schlägt die Bürgerinitiative vor, am Osteingang Darmstadts kostenlose Parkplätze anzubieten und einen kostenlosen Straßenbahntransfer in die Innenstadt. Überhaupt solle der öffentliche Nahverkehr mehr gefördert werden, ebenso der Ausbau des Radwegenetzes.“
Sie wünschen sich einen kleinen Vorgeschmack auf die Geräusche direkt HINTER einer Lärmschutzwand? Dann regeln Sie die Lausprecher ihres PC bitte auf Zimmerlautstärke, lehnen Sie sich zurück und „genießen“ Sie.
Im Jahr 2002 entstand die „Ortsumgehung“ der B31 in Freiburg-Nord. Die mit JA votierenden Stadtverordneten feierten sich gegenseitig und lobhudelten das Werk als zukunftsweisend und mit Bedacht geplant. Mit Baufertigstellung und Inbetriebnahme allerdings gab es ein böses Erwachen und selbst die örtliche Presse enthielt sich nicht mehr:
„Die Jubelstimmung bei den Nutznießern dieser Verkehrsverlagerung (viel zahlreicher als die lärmgeplagten Anwohner sind ja die Autofahrer, bei denen es jetzt endlich `läuft´) lässt leicht vergessen, dass es auch Leidtragende und Schattenseiten gibt. Viele Menschen in den Stadtteilen Waldsee und Littenweiler schlafen seit dem 24.10. schlechter als zuvor; für sie ist ihre Wohnumgebung nun von einem beständigen Lärmteppich überzogen, der den Aufenthalt im bislang leisen Garten zur Tortur macht. Auf dem Bergäckerfriedhof ist stilles Gedenken nicht mehr möglich, Mösle- und Konrad-Guenther-Park (bzw. was davon noch übrig geblieben ist) haben als Naherholungsgebiete aufgehört zu existieren, und für große Teile des Sternwaldes bis hinauf zum Rehagsattel ist es ebenfalls mit der Ruhe dahin. Ähnliches gilt jenseits der Stadtgrenze für den südlichen Teil des Dreisamtales – und es macht dem Unvoreingenommenen klar, was als Befürchtung stets vorgebracht worden war: Die neue vierspurige Bundesstraße bringt für viele unerwünschte Verkehrsfolgen keine Lösung, sondern nur eine Verlagerung.
Mag in den beiden Tunnels der Lärm noch weitgehend `verschluckt´ werden – die dort ausgeblasenen Abgase bleiben der Oststadt bis aufs letzte Gramm erhalten und belasten nun die Menschen anderswo; besonders im Bereich der Tunnelportale ist mit bisher nicht gekannten Konzentrationen giftiger Substanzen wie Ruß und Benzol zu rechnen, deren krebsauslösende Wirkung längst erwiesen ist. Da hilft auch nicht der oft gehörte Hinweis, wonach die jetzt verschwundenen Staus zu einer großen Entlastung beitragen. Fachleute weisen seit Jahren darauf hin, dass dieser erhoffte Effekt durch die höheren Geschwindigkeiten kompensiert wird – ganz zu schweigen vom Mehrverkehr durch die große Anziehungskraft der neuen Straße.
Neben diesen seit Ende Oktober – quasi über Nacht – eingetretenen Veränderungen gibt es aber auch Verluste zu beklagen, an die sich viele währen der sechsjährigen Bauzeit schon gewöhnt hatten: schwerwiegende Eingriffe ins Stadtbild (Schützenallee, Maria-Hilf-Platz), Zerstörung wertvoller Teile von Konrad-Guenther-Park und Dreisamwiesen sowie die Zerschneidung der einzigartigen Kulturlandschaft im Dreisamtal, um nur die augenfälligsten zu nennen. Es waren auch diese Verluste, welche jahre- und jahrzehntelang so viele Menschen zum Widerstand gegen eine solche autobahnähnliche Straße veranlasst haben.
Und deshalb war es eine zumindest unglückliche Idee der Freiburger CDU, die Stadt solle aus Anlass der B31-Eröffnung (und als Gelegenheit zur Versöhnung!) ein Bürgerfest veranstalten – sehr vielen Menschen im Freiburger Osten ist nicht nach Feiern, sondern zum Heulen zumute. Ein Fest wäre für sie nichts als eine zynische Zumutung gewesen.“
Unter dem Aspekt der Planungskorrektur, 12 Meter hohe Schallschutzmauern zu errichten, hatten die Vetreter der Stadt diesem Bau mehrheitlich zugestimmt. Was geschah?
„In den vom RP herausgegeben Planungsunterlagen war nachträglich zwischen den beiden Galerien des Schützenallee- und Kappler Tunnels ein - vom Straßenniveau aus gesehen - rund zwölf Meter hoher, mit Bäumen bepflanzter Lärmschutzsteilwall eingezeichnet. Gebaut wurde indes eine Lärmschutzwand aus Holz, die an mancher Stelle kaum vier Meter in die Luft ragt. RP-Baudirektor Hellhake gegenüber 113 Srafanzeige Stellenden und 1.400 weiteren Bürgern, welche auf einer Sammelklage unterzeichneten, hierzu: `Einem drohenden Rechtsstreit sehen wir gelassen entgegen.´“
Erinnern Sie sich noch der Frage der Stadtverordneten Barnack, wie man sich solch eine Lärmschutzwand denn an der „Umgehung“ der B45 vorstellen müsse? Die lapidare Antwort unserer Kreisel-Planer kenne ich bereits:
Der Odenwald besitzt ein großes Vorkommen an Holz. Schau mer mal, danach ist man oft klüger. Gez. ASV Bensheim.
Die Stadtverordneten von Erbach erhielten im Jahr 2005 keinerlei (!) detailierte Informationen oder Planungsunterlagen zur „Ortsumgehung“ der B45. Sie stimmten einer Maßnahme zu, welche dem Wohl unserer Region dienen sollte.
Entschuldigung – Telefon – Oma aus Tegel – Hören Sie bitte kurz weg? …
Oma: Nee, Junge, das hast du vor drei Jahrn nich mit reinjelecht!
B45er: Doch, Oma, ich wollte dir meine Zeichnung noch mit in den Brief legen, aber der war schon zugeklebt.
Oma: Hab ich jar nich jesehn.
B45er: Was Oma?
Oma: Na det Bild.
B45er: Nein, ich hatte es vergessen. Aber es wäre trotzdem wichtig!
Oma: Wat?
B45er: Na wegen dem Umbau und so.
Oma: Det war aba in 2005!
B45er: Ja, stimmt, aber ich hab damals JA gesagt und jetzt kann ich da nicht eine Kehrtwende um 180 Grad machen!
Oma: Warum nich?
B45er: Weil das doch alles eine Menge Geld kostet mit dem Planen und so.
Oma: Versteh ick nich! ... Unn du brauchst wirchlich nen Tunnel?
B45er: Ja, Oma, die Katze ist so unbeschreiblich fett!
Oma: Ach weeste, Junge, der Otto mit dem ick …
B45er: OMA!!!
Oma: Na jut, unjesehn, ick unterschreibs. Machst ja sowieso wat de willst.
B45er: Mensch Oma, du bist echt Klasse!
Oma: Unn doof!
Sorry noch mal, – Oma ist schrecklich, aber ich liebe sie. … Was wollte ich eigentlich anmerken? Ja! …
Ich fordere die Stadtverordneten der Kreisstadt Erbach auf, der geplanten „Umgehungsstraße“ der B45 eine klare Absage zu erteilen. Parteiübergreifend, fair und verantwortungsbewusst gegenüber dieser, unserer Stadt. Sie entschieden im Jahr 2005 unter Nichtvorlage der tatsächlichen Planungsunterlagen! Bekannt ist, sie hatten erst mit Eröffnung der Planfeststellung im Jahr 2008 Zugang zu den gravierenden Einschnitten in Stadtbild, Natur und Umwelt. Auch wenn ein Bürgermeister meint, eine „Kehrtwende“ sei nicht möglich, JEDER Bewohner dieser Stadt wird Sie in Ihren Bedenken, in Ihren Zweifeln verstehen. JEDER wird Sie wertschätzen in Ihrem NEIN, SO NICHT, denn allein SIE besitzen die Kraft und die Möglichkeit, der Stimme von knapp 6.000 Bürgerinnen und Bürgern Ausdruck zu verleihen. In Ihrem Inneren aber werden Sie zudem spüren, wie entlastend, befriedigend und ganz persönlich fördernd Ehrlichkeit sein kann. Sie schafft Achtung und Vertrauen.
Spätestens am heutigen Freitag dürfte den meisten die Bedeutung einer Entscheidung bewusst geworden sein, welche in der Stadtverordnetenversammlung gefällt wurde. Ein mehrheitliches JA zum Bau einer „Umgehungsstraße“ erreicht somit die tatsächliche Wirkung einer schallenden Ohrfeige an die betroffenen Menschen. Inkompetenz und parteienpolitisches Gerangel haben zu einem klaren JA an die bewusste Zerstörung der Umwelt, zu einem klaren JA an die bedeutsame Verschlechterung der Lebensverhältnisse, zu einem klaren JA an die rigorose Verschwendung von Millionen und Abermillionen an Steuergeldern, zu einem klaren JA an die massive Wertminderung von Grund und Boden, zu einem klaren JA an Dummheit und Ignoranz geführt. Einzig die drei Stadtverordneten Frau Weyrauch sowie Herren Barnack und Walther, denen ich meine Hochachtung zolle, müssen – wahrlich nicht nur visuell – von dieser stumpfsinnigen Altherrenriege ausgenommen werden. Ein neben mir sitzender Besucher der gestrigen Sitzung äußerte: „Die gehören doch ins Altersheim.“ und ich möchte dieser Aussage heute hinzufügen: Ja, in das entstehende am Rößbächlein, denn eine geforderte Tunnelverlängerung muss nicht zwingend erfolgen und damit säßen sie an der Basis des Unheils. So, wie in ihrer Beschlussfassung am gestrigen Abend.
Der Selbstgefälligkeit waren keine Grenzen gesetzt. Bürgermeister Buschmann setzte dieser makabren Inszenierung die (Tunnel-)Krone auf. Er hätte – wie leider Gottes nur angedroht – diese nehmen und gehen sollen. Für immer. Und ihn mitnehmen, den Harlekin der höfischen Zeremonie Duarte Marques, welcher sich abendverlängernd im Schnellsprechen übte. Wie lang sind eigentlich 350 Meter Zusatz-Tunnel? In etwa? Etwas mehr, als der bereits geplante? Cirka eine zusätzliche Verlängerung von diesem „Etwas mehr“? Oder doch nur die Hälfte? Erschreckend kurz würde ich meinen!
Hätte doch nur einer der sonst so agilen Bürgerinitiativler RTL zu diesem Schauspiel eingeladen. Hohe Quoten wären garantiert gewesen für dieses „Big Brother“ der untersten Schublade.
Fassungslosigkeit, Wut und Entsetzen bestimmten die Meinung der vorzeitig den Saal verlassenden Bürger. Dieses tief sitzende Gefühl wird verankert bleiben bis in die nächste Wahlperiode. Und man darf gespannt sein, welche Ausreden CDU, SPD und ÜWG in dem voraussichtlichen Bau-Dreck-Wahlkampf finden.
P.S.: Wenn Ja JA bedeutet, heißt das nun automatisch, dass nein NEIN ist oder wäre der Logik halber ein nein JA angebrachter? Diese Polemik der Stadtverordneten wird wohl jedem ein Rätsel bleiben.
Mit der Erbacher Westumgehung befindet sich die Verkehrsplanung auf dem Holzweg. Denn so wie die Höchster Umfahrung ihren Sinn daraus bezieht, dass die Masse der Verkehrsteilnehmer an der Gemeinde vorbei strebt, so folgt der Unsinn des Projekts in der Kreisstadt daraus, dass hier ihre überwältigende Mehrzahl ein Ziel in der gemeinsamen Stadtlage von Erbach und Michelstadt ansteuert oder dort ihren Startpunkt hat, wenn nicht sogar beides der Fall ist.
Was es an Zweckmäßigkeit zu wünschen übrig lässt, bietet das Projekt indes an Ansprüchen auf: Es verlangt, dass hunderte Einwohner eines Wohngebiets auf Ruhe, saubere Luft und ein intaktes Landschaftsbild verzichten, und es nötigt die städtische Gemeinschaft, einen wertvollen Grüngürtel samt des Schutzes der dort heimischen Bäume, Pflanzen und Tiere preiszugeben. Zumindest in ihrer Addition müssten diese Komponenten der Lokalpolitik Grund genug geben, dem Vorhaben die Gefolgschaft zu verweigern. Wenn die Stadtverordneten genau dies in ihrer Mehrzahl nicht getan haben, mag sich darin das Festhalten an ebenso überhöhten wie überholten Erwartungen an das Potenzial Erbachs äußern – oder ein Problem mit dem Eingeständnis, dass sie hier ebenso einer Fehleinschätzung unterlagen wie im daraus resultierenden jahrzehntelangen Drängen nach der Umgehung.
Mindestens ebenso gut können sich die Befürworter der Weiterführung des Projekts allerdings von der Lage jener leiten lassen haben, die in der Nähe der derzeitigen B-45-Trasse wohnen. Deren tatsächliche Not bildet einen der Hinweise darauf, dass die Parlamentarier vor keiner einfachen Entscheidung standen. So sehr ihr Wirken nämlich – wie in diesem Fall – in eine verkehrte Richtung gehen mag, so wenig machen es sich die Abgeordneten grundsätzlich mit ihrer Arbeit leicht. ...“
Eine fast geradlinige Tunnelführung unter Teilen der Stadt würde der Verkehrsbelastung der jetzigen B45 entgegen wirken. Letztlich könnte die derzeitige Bundesstraße sogar zu einer verkehrsberuhigten Zone ausgeweitet werden, da der „Neutunnel“ eine Stadtandienung besäße. Zudem stellte dieses Projekt in seiner Anbindung im Bereich der Freifläche vor dem Erbacher Brauhaus keine nennenswerte Belastung für Anwohner dar und beließe die Natur in ihrem Gesamtbild. Mit Hinblick auf die entstehenden Kosten der nunmehr geforderten 1.550 Meter Tunnellänge in der „Ortsumgehung“ dürfte – ohne Berücksichtigung der Kosten der oberirdischen Führung – vieles machbar und kostengünstiger sein (vorausgesetzt, die derzeitigen und perspektivischen Zahlen zum Verkehrsaufkommen hielten einer Überprüfung Stand).
Ich kontaktierte darauf hin einen Tunnelbauspezialisten. Hauptaugenmerk einer solchen Neudiskussion sei, so der Fachmann, auf die unterirdische Gesteinsbildung zu legen und auf das bestehende Leitungsnetz. Erst im Wissen um solche Grundsatzfaktoren könne eine weitere Überlegung angestellt werden. Warum nicht?!
Stellungnahme des CDU-Fraktionsvorsitzenden Bernd Rodemich in der Stadtverordnetenversammlung vom 24. April 2008
Das Thema Ortsumgehung, oder `B45 neu´, steht nicht erst seit wenigen Wochen auf der Tagesordnung. Es ist ein Thema, das dieses Haus bereits seit vielen Jahren, ja bereits seit Jahrzehnten beschäftigt.
Die politisch Verantwortlichen in Erbach haben sich seit den 80er Jahren immer wieder für die `B45 neu´ eingesetzt, und zwar für diese Variante, wie sie nun im Planfeststellungsverfahren in die Entscheidungsreife gekommen ist.
Sie war nach der Ablehnung der Odenwald-Autobahn durch die Bürger, die einzig mögliche Variante. Und sie ist bis heute die einzig mögliche Variante geblieben. Wir alle haben auf dieses Verfahren hingearbeitet, haben in Magistrat und Stadtverordnetenversammlung die verschiedensten Beschlüsse gefasst, die auf die Umsetzung dieses Bauvorhabens abzielen. Ich darf bei dieser Gelegenheit nur kurz daran erinnern, dass wir in der Umsetzung des Verfahrens zugunsten der Umgehung Höchst zurückgetreten sind.
Aber es geht heute Abend nicht darum, eine grundsätzliche Diskussion über den Verlauf der `B45 neu´ zu beginnen. Unsere Fraktion bekennt sich zum Bau der `B45 neu´, weil sie für Erbach, aber auch für die Region, von größter Bedeutung ist.
Wir haben heute Abend über die Stellungnahme der Stadt Erbach zu den Plänen zu entscheiden. Dabei hat die Stadt ihre eigenen Belange und die teils durchaus berechtigten Sorgen und Ängste der Anwohner zu berücksichtigen. Das ist, so glaube ich, in der uns vorgelegten Stellungnahme, in der man unter anderem auf eine Verlängerung der Tunnelstrecke hinwirken will, gut gelungen. Es sind aber auch die Interessen der Wirtschaft, gerade der Betriebe am und um den Roßbacher Weg zu berücksichtigen, die bei der ganzen Diskussion doch etwas auf der Strecke geblieben sind. Auch hier denke ich, hat die vorgelegte Stellungnahme einen Interessensausgleich vorgenommen.
Wir haben uns heute Abend nicht zu entscheiden für oder gegen die `B45 neu´ – diese Entscheidung ist längst gefallen. Dass Verfahren sich in Deutschland über Jahrzehnte ziehen können, ist bedauerlich. Aber wir haben die Zeit auch genutzt, um vieles, wovon in der ursprünglichen Planung gar nicht die Rede war, hinzubringen.
Formal ist die Stadt Erbach in diesem Planfeststellungsverfahren Beteiligter, wie jeder andere Bürger auch, der seine Anregungen, Bedenken oder Einwände gegenüber dem Regierungspräsidium geltend machen kann. Ich wünsche mir jedoch, dass man der Stellungnahme der Stadt eine etwas gewichtigere Stellung einräumt. Wenn man dann daraus folgend eine vernünftige Regelung für die Betriebe um den Roßbacher Weg findet und wenn man eine für alle Beteiligten akzeptable Tunnelführung findet, ist das umso besser.
Erreichen kann man in der politischen Arbeit, wie im privaten Leben auch, nur dann etwas, wenn man sachlich und vernünftig miteinander redet und die Fronten nicht verhärtet.
Die uns vom Stadtbauamt (in Abstimmung mit dem Kreis) zur Beschlussfassung vorgelegte Stellungnahme bietet hier die richtigen Ansätze. Deshalb wird die CDU-Fraktion zustimmen.
Eine Nicht-Beschlussfassung bedeutet nur, dass wir keine Stellungnahme abgeben.“
Veröffentlicht wurde dieses – Pardon – irrwitzige Statement auf der Homepage der CDU Erbach, datiert zum 25.04.2008, vom Fraktionsvorsitzenden des CDU des Stadtverbandes Erbach. So weit so gut. Am 26.04.2008 schreibt Gerhard Grünewald, der wirklich gute Neffe vom Onkel Stadtrat der Kreisstadt und stellvertretenden Vorsitzenden der CDU Erbachs die schlichtweg ehrlich formulierte, aber auch wirklich sehr betroffenenbezogene Kopfnoteim Odenwälder Echo. Sind wir nun alle „ein bißchen Bluna“, oder weiß die CDU selbst nicht, ob Nein Ja folglich Ja oder Nein bedeutet? Man darf der Richtigstellungen der Richtigstellung gespannt sein. Die Frage nach der Tatsache, warum die sogenannte B45 neu im Originalbeitrag grundsätzlich in Gänsefüßchen steht und warum der Bürgermeister (!) Gegenteiliges behauptete zu der CDU-Äußerung „Wir haben uns heute Abend nicht zu entscheiden für oder gegen die `B45 neu´ – diese Entscheidung ist längst gefallen.“ gleicht einem Sudoku. Sie gleicht, nur lässt sich ein wahres Sudoku auch auflösen!
Nicht Wissen verhindert Denken, sondern Nichtwissen. Ihr B45er ist nun so einer, der immer alles wissen will. Schon früher war das unerträglich. Warum ist die Erde rund oder die Frage an Mama, ob es ihr gut gehe, wenn sie im Schlafzimmer solch verzerrte Laute neben Papa von sich gibt. Das hat sich bis heute nicht geändert. Also dieser Wissensdurst. Aus gegebenem Anlass machte ich mich schlau zu den unterschiedlichen Aussagen des Bürgermeisters sowie der Stadtverordneten zur Wertigkeit derer Stellungnahmen.
Gleich gehts weiter, kurze Werbeunterbrechung ...
... und da bin ich schon wieder!
Die Verwaltungsaufsichtsbehörde und auch der ASV Bensheim erklärten dazu übereinstimmend folgendes:
Der Bau der „Ortsumgehung“ B45 ist eine Festlegung nach dem Bundesfernstraßengesetz. Betroffene Bürger wie auch die Stadt haben die Möglichkeit, Einwendungen gegen den Bau vorzubringen (wobei der Stadt eine größere Gewichtung zugeordnet wird). Zwar sei es gang und gäbe, einer totalen Ablehnung der Gemeinden im Gesamtentscheid zu folgen, rechtlich allerdings vermag eine Stadt (im Einzelfall) den Bau nicht zu verhindern, da hier eine Entscheidungsbefugnis (Bund vor Stadt) überschritten würde.
Einwendungen und damit meist Forderungen zu Änderungen in den Planungsunterlagen werden seitens des Regierungspräsidiums vor allem auch auf ihre Wirtschaftlichkeit hin geprüft. Bei gravierendem Mehrkostenaufwand werden Landes- und Bundesregierung in das Planfeststellungsverfahren einbezogen. Unter Berücksichtigung der ermittelten Wichtigkeit der Baumaßnahme müssen Änderungen jedoch keineswegs zwingend erfolgen, ganz im Gegenteil kann der Bau auch nach den ursprünglichen Plänen realisiert werden, wenn hier den Anforderungen des Bundesfernstraßengesetzes Rechnung getragen wird.
Kennen Sie das Bundesfernstraßengesetz? Ich muss zu meiner Schande gestehen, ich kannte es nicht. Es geht über Leichen. Nicht nur über im Garten vergrabene. Hier zwei Auszüge …
„§ 8a Straßenanlieger
(7) Wird durch den Bau oder die Änderung einer Bundesfernstraße der Zutritt von Licht oder Luft zu einem Grundstück auf Dauer entzogen oder erheblich beeinträchtigt, so hat der Träger der Straßenbaulast für dadurch entstehende Vermögensnachteile eine angemessene Entschädigung in Geld zu gewähren.
§ 18f Vorzeitige Besitzeinweisung
(1) Ist der sofortige Beginn von Bauarbeiten geboten und weigert sich der Eigentümer oder Besitzer, den Besitz eines für die Straßenbaumaßnahme benötigten Grundstücks durch Vereinbarung unter Vorbehalt aller Entschädigungsansprüche zu überlassen, so hat die Enteignungsbehörde den Träger der Straßenbaulast auf Antrag nach Feststellung des Plans oder Erteilung der Plangenehmigung in den Besitz einzuweisen. …“
Nun, falls Sie nicht folgen können, hier kommt der Spielfaktor à la „Wetten daß?“! Wer Licht oder Luft auf Dauer entzogen bekommt, dem zahlt Vater Staat richtig Kohle. Mein Tipp: Einfach mal im Alexanderbad abtauchen und Luft anhalten üben! Am Anfang ist das schwer, aber schnell können bei richtiger Motivation 42 Sekunden daraus werden. 42 Minuten. 42 Stunden, Jahre. 42 … öhm … (Jahr-)Millionen. Sollten Sie zu den Weicheiern gehören und nach 4,2 Minuten abknicken, gibt es Hinterbliebene. Die wiederum bekommen dann Besuch von zwei Männern in Grün, nein, Hessen macht blau und die wiederum winken die Schaufelbagger und Kräne in den Garten.
Einfach schon mal Pausen-Kaffee kochen für die Männer vom Bau! Eine B(l)aupause sozusagen.
„Vierspurig oder erstmal gar nichts
Behördentermin: Straßenbauamt lehnt dreistreifigen Ausbau der B 45 ab
MICHELSTADT. Aus dem von der CDU-Fraktion ins Spiel gebrachten dreispurigen Ausbau der B 45 in Michelstadt wird nichts. Das ist das Ergebnis eines Behördentermins im Wiesbadener Verkehrsministerium. In einer am Mittwoch in der Bauausschusssitzung verteilten Drucksache informierte Bürgermeister Reinhold Ruhr die Gremien, dass die Stadt entweder den vom Straßenbauamt in Bensheim favorisierten vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße – Lärmschutzwand inklusive – gut heißt, oder bereit sein muss, 20 Jahre auf den Bau einer Westumgehung zu warten, die die SPD in die Diskussion eingeführt hatte.
Für das Straßenbauamt ist mit derzeit 23 650 Fahrzeugen täglich die Belastungsgrenze zwischen Stockheimer Knoten und Potsdamer Platz eindeutig überschritten. Vor dem Hintergrund, dass bis 2015 über 26 000 Fahrzeuge pro Tag prognostiziert werden, erteilte die Behörde einem dreispurigen Ausbau eine klare Absage. Dazu liegen die Knoten zu dicht bei einander. Deshalb verspricht sich das Amt auch von einer tageszeitlich unterschiedlichen Freigabe der Mittelspur keine Abhilfe. Auch die von der SPD favorisierte Nord-Süd-Spange in Verlängerung der geplanten Erbacher Ortsumgehung vom TÜV an der Firma Mühlhäuser vorbei bis zur Toom-Auffahrt fand beim Straßenbauamt wegen der Dringlichkeit des Problems keine Gnade. Eine solche Lösung ist nur realisierbar, wenn diese Straßenachse in den Verkehrswegeplan des Bundes aufgenommen wird. Der derzeit gültige Plan hat eine Laufzeit bis 2015. Mit einer Umsetzung wäre also frühestens in 20 Jahren zu rechnen.
Für das Bensheimer Amt kommt deshalb nur ein vierspuriger Ausbau samt einer 5,50 Meter hohen Lärmschutzwand in Frage. Und vom Verkehrsministerium wurde wohlwollende Unterstützung beim Genehmigungsverfahren signalisiert.
Stimmt die Stadt zu, kann das Verfahren anlaufen und ein Baubeginn wäre 2010/2011 möglich. Allerdings müssen die politisch Verantwortlichen den rund 100 betroffenen Hausbesitzern zuvor noch erklären, warum ihnen eine Schallschutzwand in dieser Höhe vor die Nase gesetzt wird.“
Die Dringlichkeit einer „Michelstädter Lösung“ ergibt sich zwingend aus dem Umsetzungswillen der Ortsumgehung in Erbach. Rein zeitmäßig zufällig würde der Baubeginn nahtlos an die Grobfertigstellung in Erbach anschließen. Schnurs SPD geht zwar (noch) nicht über Leichen, nimmt aber einhellig und treuen Beistands die restlose Verschandelung beider Städte, aber auch der Umgebung in Kauf. So widersinnig vermochte ich (noch) nicht zu denken, als ich den Beitrag „Ein durchschaubarer Plan“ formulierte. Etwa 5,50 Meter hohe Schallmauern ab Roßbacher Knoten beidseits bis zum Potsdamer Platz machten aus Einhards einstigem Besitz einen WALLfahrtsort primitivster städtebaulicher Planung. In diesem Sinne kann man gern noch einmal über eine Fusion mit Erbach diskutieren.
Vielleicht sollte die Bürgerinitiative Ortsumgehung Erbach neue Verbündete auch in der Nachbarstadt suchen. In derart kleinen Zeitungsartikeln wird man der Informationspflicht gegenüber den Bürgern hüben wie drüben nach Ansicht der „Stadtväter“ in vollem Umfang gerecht. Nur sicher hat es der Eine oder Andere überlesen und erhält erst dann davon Gehör, wenn vier Kanäle gleichzeitig dröhnen.
Wer die eingangs aufgeführte Planungskarte etwas genauer studiert hat, wird in der südlichen Trassenführung das FFH-Gebiet erwähnt sehen. Auch ich musste mich erst mit der Materie auseinandersetzen, um notwendiges Hintergrundwissen weiter vermitteln zu können.
Die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, ist eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union, die 1992 beschlossen wurde. Sie dient gemeinsam mit der Vogelschutzrichtlinie im Wesentlichen der Umsetzung der Berner Konvention; eines ihrer wesentlichen Instrumente ist ein zusammenhängendes Netz von Schutzgebieten, das Natura 2000 genannt wird.
Die korrekte deutsche Bezeichnung der FFH-Richtlinie lautet Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wildlebenden Tiere und Pflanzen. Es wird in Deutschland jedoch fast ausschließlich die Bezeichnung FFH-Richtlinie benutzt, die sich von Fauna (= Tiere), Flora (= Pflanzen) und Habitat (= Lebensraum) ableitet.
Im FFH-Gebiet 6319-303 Oberlauf und Nebenbäche der Mümling (hinter dem Roßbächlein) existiert solch ein in der Naturschutz-Richtlinie aufgeführtes Gebiet …
… mit der Priorität „A / sehr hoch“ bezüglich des Naturraums des Bachneunauges, ein fischähnlicher, stammesgeschichtlich sehr primitiver Vertreter der Wirbeltiere (Vertebrata).
Seit 500 Millionen Jahren hat sich dieses lebende Fossil kaum verändert und steht heute auf der Roten Liste. Das Hessisches Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege vom 4. Dezember 2006 erklärt dazu in § 38, Abs. 4: „Befinden sich in dem vom Projekt betroffenen Gebiet prioritäre Lebensräume oder prioritäre Arten, können als zwingende Gründe (Anm.: zur Bebauung) des überwiegenden öffentlichen Interesses nur solche im Zusammenhang mit der Gesundheit des Menschen, der öffentlichen Sicherheit, einschließlich der Landesverteidigung und des Schutzes der Zivilbevölkerung, oder den maßgeblich günstigen Auswirkungen des Projekts auf die Umwelt geltend gemacht werden.“
Kein(e) einzige(r) planbesessene(r) Stadtverodnete(r) erwähnte das Verbot zur Bebauung dieses Gebietes zum Zwecke einer „Ortsumgehung“. Kein(e) einzige(r) planDETAILbesessene(r) Stadtverodnete(r) beschäftigte sich mit den wahren Details.
Deshalb sei mir noch der Hinweis auf § 57 erlaubt: „(1) Ordnungswidrig handelt, wer vorsätzlich oder fahrlässig ein einstweilig sichergestelltes oder ausgewiesenes Naturdenkmal oder Naturschutzgebiet nachhaltig oder wesentlich beschädigt. ... (4) Ordnungswidrigkeiten nach Abs. 1 und 2 sowie Ordnungswidrigkeiten nach Abs. 3 Nr. 1, 2, 3, 4, 7 und 9 bis 11 können mit einer Geldbuße bis zu 100.000 Euro geahndet werden.“
„Eigentlich sind doch die Michelstädter am bescheißendsten dran!“ Antonio war zu meiner Küchentür hereingestürmt, hatte den Platz am Tisch vis-à-vis eingenommen und sich meine erst halb geleerte Kaffeetasse herangezogen. Vorsorglich schob ich mein frisch gestrichenes Gute-Laune-Marmeladen-Frühstücks-Brötchen bescheiden nach und korrigierte: „Am beschissensten, Antonio.“ „Ja, das auch.“ gab er zurück und breitete die mitgebrachte Karte nebst selbstgefertigtem, grafischem „Kunstwerk“ auf den Tisch.
„Das ist Kacke, einfach Kacke, was die da noch vorhaben!“ Antonio nickte, um seinen Gedanken und der feuerroten Linie Nachdruck zu verleihen. Auch ich erhielt zum ersten Mal einen gravierenden Überblick zum Folgelauf der B45 ab Roßbacher Weg Richtung Norden. „Aber schau mal, Antonio, eigentlich könnten die Planer des ASV Bensheim behaupten, es handle sich auch hier um eine Ortsumgehung, der überwiegende Teil Michelstadts befindet sich nun einmal auf der Ost- und Südseite der Trasse. Und zusätzlich werden die Häuser nicht über, sondern hinter der Straße liegen, denn die Schallmauern sind beiderseits zwischen 3,50 und 5,50 Meter hoch.“ Mein Nachbar hob ruckartig den Kopf. Mit leicht zusammengekniffenen, aber feurigen Augen sah mich Antonio streng an, seine Worte hallten wie sizilianische Pistolenschüsse: „Bambino! Du hassen doch Null Ahnung! Ich lese die Seite von dem B45er, ich weiß mehr als du! Was die in Erbach nämlich in einer Röhre verstecken wollen, kommt in Michelstadt ans Tageslicht! Und wenn der B45er einen Nachbarn hat, der wie ich heißt und auch aus Palermo kommt, der aber wahrlich nicht so gut ist im Benehmen, dann sind die wenigstens Freunde! Die denken wenigstens mit, nicht so wie du, ... du, ... du verhinderter Blitzknaller!“
Dann knallte es wirklich. Die Tür fiel zu und Antonio stolperte schimpfend die Treppe hinab. Nur gut, dass ich noch einen Chianti besten Jahrgangs im Keller habe. Zum heutigen Mai-Grillfest übern Gartenzaun werde ich den wohl zur Wiedergutmachung einsetzen müssen. Sicher ist spätestens dann auch dieser extreme Güllemief verzogen.
Die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung gab am 18.01.2008 folgendes bekannt:
„Planfeststellungsverfahren für die B 45, Ortsumgehung Erbach beim Regierungspräsidium Darmstadt beantragt - 3,3 Kilometer lange Umgehung mit rund 42 Mio. Euro veranschlagt
Wie Verkehrsminister Alois Rhiel am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte, beantragt die Hessische Straßen- und Verkehrsverwaltung die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens für den Neubau der Ortsumgehung.
Die Umgehungsstrasse soll westlich der Bahnlinie in einem rund 725 Meter langen Tunnel geführt werden, dem sich südlich ein ca. 150 Meter langes und nördlich ein ca. 125 Meter langes Trogbauwerk anschließen. Zum Schutz der Anwohner vor Lärm erhält die Straße nördlich des Tunnels beidseitig Lärmschutzwände in einer Höhe zwischen drei und fünf Metern. Auch südlich des Tunnels entsteht eine bis zu 4,50 Meter hohe Lärmschutzwand.
Mit der zukünftigen Umgehung von Erbach wird die jetzige Ortsdurchfahrt der B 45 nachhaltig vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Durch den Ort fahren bereits heute über 21.000 Kraftfahrzeuge am Tag. Für das Jahr 2015 wäre ohne Ortsumgehung mit einem Anstieg der innerörtlichen Verkehrsbelastung auf knapp 27.000 Kraftfahrzeuge am Tag zu rechnen, davon ca. 1.900 Lkw. `Die Umgehungsstraße entlastet Erbach in Teilbereichen um bis zu 57 Prozent des für 2015 prognostizieren Verkehrs und reduziert damit erheblich die Lärm- und Schadstoffemissionen. Wir beseitigen also nicht nur verkehrliche Unzulänglichkeiten und Gefahrenpunkte, sondern erhöhen die Lebensqualität in der Odenwälder Kreisstadt ganz erheblich´, erläuterte Rhiel die verkehrlichen Vorteile der vom Amt für Straßen- und Verkehrswesen Bensheim geplanten Ortsumgehung.
Für die rund 3,3 Kilometer lange Trasse wird mit Baukosten von rund 42 Mio. Euro gerechnet. Allein die Kosten für den Tunnel und die anschließenden Trogbauwerke betragen rund 32 Mio. Euro. Vier weitere Bauwerke dienen dazu, die Bahnstrecke der Odenwaldbahn, die Carl-Benz-Straße und an zwei Stellen die Mümling zu überqueren. Im Süden beginnt die Umgehung an der Neckarstraße westlich der derzeitigen Bahnunterführung, im Norden wird sie über den Rossbacher Weg zur derzeitigen B 45 zurückgeführt. `Durch einen zusätzlichen Anschluss an die Carl-Benz-Straße und Relystraße wird eine bestmögliche Entlastung der Ortsdurchfahrt erzielt´, so der Minister.
Rhiel weiter: `Nun kommt es durch das Regierungspräsidium Darmstadt zum förmlichen Anhörungsverfahren mit den von der Maßnahme Betroffenen. Das gesamte Planwerk wird nach vorheriger ortsüblicher Bekanntmachung einen Monat lang in Erbach und Michelstadt offen gelegt´. Das Anhörungsverfahren endet mit dem Erörterungstermin, bei dem alle zur Planung eingehenden Anregungen und Bedenken diskutiert und einer möglichst einvernehmlichen Lösung zugeführt werden sollen.
Der Minister zeigte sich optimistisch, dass das Planfeststellungsverfahren nun zügig durchgeführt und abgeschlossen werden kann, damit nach der Bestandskraft des Planfeststellungsbeschlusses die Bauvorbereitung und die etwa 3,5-jährige Bauzeit beginnen kann. Die Finanzierung der Maßnahme sei derzeit noch nicht gesichert, `ich werde mich aber mit Nachdruck beim Bundesverkehrsminister für die Bereitstellung der Baumittel einsetzen´, sagte Rhiel abschließend.“
Sie lesen richtig. Der derzeitige Finanzierungsplan des Bundesverkehrsministeriums mit einer Laufzeit bis zum Jahresende 2010 sieht keine Bereitstellung von öffentlichen Mitteln für den Bau einer „Umgehungsstraße“ der B45 vor. Mit anderen Worten: Ein Baubeginn vor 2011 ist unmöglich. Auf telefonische Rückfrage wurde dies bestätigt und zusätzlich erklärt, bei massivem Widerstand durch Einwendungen werde des weiteren eine erweiterte Prüfung* der Wirtschaftlichkeit der geplanten Baumaßnahme durchgeführt.
Ganz anders schaut es da bei unseren Nachbarn in Michelstadt aus. Für den vierspurigen Ausbau der B45 / B47 sind die finanziellen Mittel im Rahmenplan bewilligt. Man kann nur hoffen, dass zumindest die direkten Anrainer der Bundesstraße aus ihrer Lethargie erwachen, ansonsten könnten graue Betonelemente sich schon bald zu einer ungeahnten Dimension ausweiten.
* Das Gesetz sieht keine Unterrichtung der Öffentlichkeit zum Ergebnis derartiger Prüfungen vor.
Auch andernorts kämpfen Einwohner gegen staatlich verordneten Wahnsinn – eine innerstädtische „Ortsumgehung“. In einer Vorreiterrolle befindet sich Barnstorf in Niedersachsen. Interessant dabei die vielen Überschneidungen zu den Problemen unserer Region, erstaunlich die umfangreichen Aktivitäten der Norddeutschen mit Vorbildwirkung. Die dortige Bürgerinitiative veröffentlichte nachstehendes Video.
Stille Post ist ein altes Kinderspiel, der Begriff wird aber auch sinnbildlich für die Verfälschung von Nachrichten durch die mehrfache informelle Weitergabe verwendet. Wollen wir mal?
Am 18.04.08 erschien auf der Internetpräsenz der Landtagsabgeordneten der CDU Judith Lannert aus Reichelsheim folgende Erklärung:
„Nach dem bereits im Dezember 2007 vom Wirtschaftsministerium in Wiesbaden beantragten Planfeststellungsverfahren für die Umgehungsstraße Erbach B45 für das auch MdL Judith Lannert in Wiesbaden gekämpft und mit einer Pressemeldung am 19.12.07 veröffentlicht hat, regen sich nun viele Bedenken die sich in Briefen, Mails und Telefonanrufen bei der Abgeordneten niederschlagen.
Judith Lannert dazu: `So sehr ich mich im Dezember über die anstehende Baumaßnahme gefreut habe, so ernst nehme ich heute die Bedenken des betroffenen Teils der Bevölkerung!´
Die Abgeordnete weiter: `Deshalb habe ich Herrn Staatssekretär Güttler aus dem Wirtschaftsministerium zu einem Ortstermin eingeladen und bereits eine mündliche Zusage erhalten.´
Es ist ein wichtiges Ziel, die Ortsdurchfahrt vom Durchgangsverkehr zu entlasten und somit die Lärm- und Schadstoffemissionen sowie die Gefahrenquellen zu reduzieren.
Werbepause* …
… und nun weiter im Programm …
Wir müssen mehr Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger erreichen, aber keine Verlagerung des Verkehrs mit Belastungen für die Bürger die vom Bau der neuen Straße betroffen sind. Es muss erreicht werden, das eine Baumaßnahme in der Größenordnung von rund 42 Millionen Euro auch das Optimum bringt und in sofern sollten die Pläne noch einmal den aktuellen Erfordernissen angepasst und eine entsprechende Lösung gefunden werden, so Judith Lannert abschließend.“
Besaßen die Parteifreunde in Erbach eine (Er)Kenntnis zu dieser Stellungnahme, als sie sechs Tage später für die „Verlagerung des Verkehrs mit Belastungen für die Bürger“ plädierten? Wie führte CDU-Fraktionsvorsitzender Rodemich aus: „Aber es geht … nicht darum, eine grundsätzliche Diskussion über den Verlauf der `B45 neu´ zu beginnen.“ Ist das Frau Lannerts Lösung zu „mehr Lebensqualität für alle Bürgerinnen und Bürger“ oder eben eine Verfälschung ursprünglicher Nachrichten auf dem Weg von Reichelsheim nach Erbach?
* Auszüge aus einem Original-Werbeplakat des Jahres 1946
21.000 abzüglich 13.700 ergibt? Welches Ergebnis erzielt man bei der Berechnung von 4,9 Prozent aus 13.700? Nun? Ich vermute, in jüngeren Jahren ging das etwas zügiger. Aber Zahlenrätsel erhöhen die Konzentration und darauf kommt es an. Oder besser auf den Wahrheitsgehalt einer Aussage.
Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt veröffentlichte am 03.04.2008, eigenartiger Weise also vor Befragung der Industriellen und Gewerbetreibenden zum Bau der „Ortsumgehung“, ein Verkehrsleitbildmit „Forderungen der Wirtschaft“. In der Pressemitteilung vom gleichen Tag heißt es dazu: „In der Ortseinfahrt nach Darmstadt stehen die Autos im Berufsverkehr in langen Schlangen an den Ampeln. Nur im Schneckentempo kommen Berufstätige morgens durch Erbach, weil Lastwagen die Straßen verstopfen. Auf der A5 Richtung Süden kommt zu Stoßzeiten keiner zügig voran. Die Verkehrsinfrastruktur in der Region Darmstadt Rhein Main Neckar schreit allerorts nach Nachbesserungen, nach Ausbau und Instandsetzung. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Darmstadt hat nun erstmals in einem Verkehrsleitbild alle verkehrspolitischen Schwachstellen und Forderungen der südhessischen Wirtschaft zusammengefasst und Ministerien, Lokalpolitikern und Wirtschaftsförderern vorgelegt.“
Auf den Seiten 44/45 wird die durch Lastwagen verstopfte Schneckentempostrecke erwähnt und ein derzeitiger Verkehrsdurchsatz von 13.700 Kraftfahrzeugen pro Tag, davon 4,9 Prozent LKWs, mit 500 Fahrzeugen über 3,5 Tonnen angegeben. Nun lernte ich zwar den Dreisatz, in dessen Ergebnis a) 4,9% rund 670 LKW oder b) 500 LKW gleich 3,65% sind, aber wir wollen nicht kleinlich sein. Denn der Hessische Verkehrsminister Alois Rhiel erklärte: „Durch den Ort fahren bereits heute über 21.000 Kraftfahrzeuge am Tag.“
Für das Jahr 2015 prognostiziert der Verkehrsminister 27.000 Kfz, davon 1.900 LKW. „Die Umgehungsstraße“, so Rhiel weiter „entlastet Erbach in Teilbereichen um bis zu 57 Prozent des für 2015 prognostizieren Verkehrs und reduziert damit erheblich die Lärm- und Schadstoffemissionen.“ ... Denken Sie noch mit? 57 Prozent ergäben einen Verkehrsdurchsatz von 15.390 Kfz auf der neuen B45, auf der alten B45 würden sich damit 11.610 Kfz pro Tag bewegen.
Ist sie nicht perfekt, diese „Entlastung“? Auf der jetzigen B45 würde sich der Verkehr nicht im Geringsten spürbar dezimieren, es käme jedoch gleichzeitig zur innerstädtischen Verdopplung der Lärm- und Schadstoffemissionen durch mittige und Westtangente! Das sagen mir zumindest Dreisatz und logisches Denken. Aber vielleicht bin ich einfach nur zu doof.
Am heutigen 07.05.2008 vermeldet das ODENWÄLDER ECHO:
„Heute werden im Bürgerzentrum die vier Varianten zur Trassenführung vorgestellt
GROSS-BIEBERAU. Vorstudien für die Trassenführung einer Umgehungsstraße für Groß-Bieberau werden heute Abend (7.) im Sitzungssaal des Bürgerzentrums vorgestellt. Stadtverordnetenvorsteher Erich Glott lädt dazu für 19.30 Uhr zu einer Bürgerversammlung ein. Wie die Stadt gestern mitteilte, wird ein vom Magistrat beauftragtes Planungsbüro die vier alternativen Streckenführungen für eine Ortsumgehung der B 38 vorstellen (wir haben darüber berichtet). Es handelt sich dabei um `Korridore´ für mögliche Trassen.
Für Groß-Bieberau geht es darum, die `totale Ablehnung aller gegen eine ortsnahe Trassenführung aus früheren Zeiten´ zu überwinden und 2009 alles daran zu setzen, bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans doch noch in den vordringlichen Bedarf zu kommen. Dies ist Voraussetzung für die Straßenbaubehörde, eine Umgehungsstraße zu planen.
Im vordringlichen Bedarf ist die Stadt nicht, seitdem die Planung des Amts für Straßen- und Verkehrswesen in den neunziger Jahren auf breite Ablehnung gestoßen war. Daher schien für die vom Durchgangsverkehr ins Gersprenztal stark belastete Stadt der Zug für eine Fortsetzung der inzwischen planfestgestellten Umgehung Reinheim bis zur Neuauflage des Bundesverkehrswegeplans im Jahr 2014 abgefahren.
Vorgestellt werden im Rahmen der Bürgerversammlung auch die Erhebungsdaten zur Verkehrsinfrastruktur, der die Planung zugrunde liegt. Ob auch Vertreter des Amts für Straßen- und Verkehrswesen anwesend sind, war gestern noch nicht sicher.“
Vorbildlich und nachahmenswert, wie nur 30 Kilometer entfernt mit Verantwortung, mit Menschen, Bedürfnissen, der Zukunft umgegangen wird. Man darf die Dunkes* nur beneiden!
* Dunkes ist die Original-Bezeichnung der Groß-Bieberauer. Sie reicht zurück bis in 13. Jahrhundert, da man mit drei Fingern beim Essen Kartoffeln in Salz & Pfeffer tunkte.
So wie die Alten sungen, so zwitschern nicht mehr die Jungen. Ein abgewandelter Volksmund. „Die benehmen sich wie Kinder, denen man das Spielzeug weggenommen hat.“ Ein nicht abgewandelter SPD-Mund. Aber besser von Anfang an: Die Bürgerinitiative zeigte zur Einführung der Frauenärztin Frau Dr. Ober als neue Kandidatin zum Landrat, … sozusagen zur LandRaterin … erstmals wirkliche Präsenz. Plakate dokumentierten das Ausmaß der Sorgen, der berechtigten Fragen, der Forderung nach Verantwortlichkeit(en). Plakate, an denen auch Franz Müntefering, der eigens aus Berlin kam, nicht wortlos vorbeizugehen vermochte. „Ich bin gerade an einer Ortsumgehung vorbeigefahren.“ …
Sie sehen, alles im Leben hat zwei Seiten. Auch Spielzeug. Barbie-Sets und Polly-Pocket musste MATTEL förmlich einsammeln. Vielleicht liegt auch hier der Grund, warum der kleine, graue Ulrich gegenüber Pressevertretern ein derartiges Scheißerchen von sich gab bezüglich der plakativen Aktion. Etwas anderes ist es wahrlich nicht. Denn den Kindern nimmt man nichts weg, ganz im Gegenteil schenkt man diesen eine WOW-Rußwolke im Sandkasten, einen MAMA-SCHAU-MAL-Benzolbelag auf grüner Wiese und eine Betonwand als Sonnenschutz.
Den klar denkenden Müttern und Vätern allerdings nimmt man viel. Sehr viel. Und der Denkmalschutzbehörde ein Brunnenhäuschen, dessen nochmaligem Aufbau nach Verwirklichung irrsinniger Pläne keineswegs mehr ein Gedanke zugestanden sein wird. Ein desolates „Brunnerhäuschen“ sozusagen.
Manche Meldung des „Darmstädter Echo“ verbleibt in dessen Online-Archiv über Jahre. Manch andere wird nach und nach ausgemerzt durch Aktualisierungen zum Thema und wieder andere Meldungen sind schon am Folgetag nicht mehr aufzufinden. Dabei handelt es sich sicher um recht unwichtige Themen, wie beispielsweise Oma Hildes 100ster, die Meldung vom überfahrenen Kater am Hundertwasserhaus oder andere alltägliche Ereignisse. In diese Rubrik gehören selbstverständlich auch Belanglosigkeiten des NABU. Ein Naturschutzbund ist nun einmal grün und grün sind die Ökos, diese Freaks, die gestrandete Wale mit Tüchern behängen und am liebsten noch Froschlotsen an Bundesstraßenrändern postieren würden. Ich weiß, ich verwechsle da etwas, jedoch sind diese ewigen Naturschützer, wo auch immer sie auftauchen, ein Klotz am Bein der Politik. So auch bei der Entscheidungsfindung zur Darmstädter Nordostumgehung. Bezüglich der Stadtverordneten-Beschlussfassung am 19.06.2008 formulierte der NABU Forderungen. „Angesichts der Tragweite der Beschlüsse … fordert der BUND jedes einzelne Magistratsmitglied und jede/n einzelne/n Stadtverordnete/n auf, sich ein eigenständiges, umfassendes Bild zu machen. Junge Abgeordnete sollten sich bewusst sein, dass sie in Zukunft an ihrer Position zur NOU gemessen werden können. Langjährige Abgeordnete können Mut zeigen indem sie Scheinlösungen erkennen und sich nicht hinter einem Fraktionszwang verstecken. Wir fordern daher auch die Fraktionen auf, den Beschluss für die Entscheidung des/der einzelnen Abgeordneten freizugeben und keinen Fraktionszwang auszuüben.“
Kommen Ihnen diese Befürchtungen bekannt vor? Dann behalten Sie das für sich, ansonsten benehmen Sie sich wie ein Kind, welchem man das Spielzeug wegnahm. Die eigene Meinung.
Die Regionalversammlung Südhessen hat am 2. Februar 2007 die Anhörung und die Einleitung der Offenlegung des Entwurfs des neuen Regionalplans Südhessen und des Vorentwurfs des Regionalen Flächennutzungsplans für den Ballungsraum Frankfurt Rhein-Main (RegFNP) beschlossen. Darin heißt es:
„Planungen ohne FFH-Verträglichkeitsprüfung
Die Ziele der Raumordnung sind verbindliche Vorgaben, die abschließend abgewogen sind. Der Regionalplan stellt daher keine Ziele dar, deren Verträglichkeit mit NATURA 2000 Gebieten nicht abschließend geklärt ist. Planungen, für die in der FFH-Prognose erhebliche Beeinträchtigungen von Natura 2000 Gebieten nicht ausgeschlossen werden konnten sind daher mit der Fußnote `Für dieses Vorhaben wurden im Zuge der Umweltprüfung des Regionalplans/RegFNP Konflikte mit Natura 2000-Gebieten erkennbar. Eine abschließende Abwägung und Festlegung als Ziel der Regionalplanung ist erst nach vertiefenden Prüfungen möglich´ in den Textentwurf des Planes aufgenommen worden. Außerhalb des Ballungsraumes sind diese Planungen mit einem * in der Karte des Planentwurfes versehen worden. Die Zulässigkeit der Planung muss zur zweiten Offenlegung nachgewiesen sein, damit die Festlegung als Ziel im RPS erfolgen kann.“
Also vergrößerte ich immens die Originalkarte, Teil 3 des Regionalplanes und fand den Stern tatsächlich:
Es ist denkbar, dass dieser kleine Fünfzack letztlich der ausschlaggebende Faktor zur Verhinderung der „Ortsumgehung“ sein wird! Denn mit einer beabsichtigten „Verlegung“ des Roßbächleins ist es nicht getan und das wissen unsere Kreisel-Planer. Nur vergaßen sie auch hier, den Bauausschuss davon in Kenntnis zu setzen.
„Kreistag soll der Umgehung trotzen
Planfeststellungsverfahren: Grüne fordern mit Resolutionsantrag öffentliche Debatte heraus
ERBACH. In der Diskussion um den Bau der Erbacher Westumgehung für die B 45 soll nach Vorstellungen der Grünen der Odenwälder Kreistag Stellung beziehen und dem Projekt eine Absage erteilen. Dies folgt aus dem Antrag auf eine entsprechende Resolution des Kreisparlaments zu dessen nächster Sitzung am 2. Juni (Montag), den nun die Urheber-Fraktion publik gemacht hat.
Mit ihrem Schritt verdeutlichen die Grünen ihre Überzeugung, dass die Tragweite des Projekts die Einschaltung des höchsten Gremiums des Odenwaldkreises und damit zugleich die Beratung in öffentlicher Sitzung gebietet. Vom Kreisausschuss ist eine solche Anhörung bisher nicht angesetzt, obwohl der Odenwaldkreis zu den Trägern öffentlicher Belange zählt, die über das Planfeststellungsverfahren gehört werden.
Offenbar betrachten Landrat Horst Schnur und seine Beigeordneten diese Stellungnahme bisher als alleinige Sache ihres nicht öffentlich tagenden Gremiums. Zugleich halten sie sich über ihre inhaltliche Position beharrlich bedeckt.
Bis zum gestrigen Dienstag bekamen weder die Bürgerinitiative gegen die Erbacher Westumgehung noch das ECHO Anfragen nach der Position des Kreisausschusses beantwortet, der bei anderen Gelegenheiten mit seinen Stellungnahmen gern von sich aus die Öffentlichkeit sucht.
Dies könnte darauf hin deuten, dass er dem Projekt nicht mehr oder gar weniger Vorbehalte als die Stadt Erbach entgegenbringt und durch seine Zurückhaltung versucht, einem Übergreifen der öffentlichen Kritik zu entgehen. Jedenfalls hat Landrat Horst Schnur in den vergangenen Jahren ebenso zu den Fürsprechern des Umgehungsbaus gehört wie die Landtagsabgeordneten Michael Reuter (SPD) und Judith Lannert (CDU); allein von ihr liegt inzwischen eine Neubewertung vor, in der sie ein Überdenken ihrer Haltung zu dem Vorhaben zusagt. Andererseits überrascht auch das Vorpreschen der Grünen nicht; sind sie den Umgehungsplänen doch stets mit Skepsis begegnet, aus der sie schon zu einem Zeitpunkt keinen Hehl machten, als das Projekt von kaum jemandem für eine realistische Option gehalten wurde.
In die Kreistagsberatung gehen sie nun mit jenen Argumenten, die sie schon im Erbacher Stadtparlament angewandt haben, ohne damit eine Mehrheit für den Schwenk zum Nein gewinnen zu können.
Demnach kritisieren die Grünen, dass der Bau der Westumgehung `ein weiteres Stück unserer Umwelt und ein Stück des Odenwalds zerstören würde´. Ihren Ansatz findet diese Bemerkung in der Wasserschutz- und Streuobstwiesenfläche zwischen Bahnlinie und Wohngebiet West, das die künftige Straße durchschneiden würde. Zudem heben die Grünen auf die zu erwartende erhebliche Belastung der Bewohner dieses Stadtviertels ab, der eine nur geringe Entlastung der Anlieger an der klassischen Ortsdurchfahrt entgegen stehe.“
Prominente wohnen in den abgelegenen Winkeln Mallorcas, in Tibet oder Florida. Möchtegern-Promis in Paderborn, Buxtehude oder Olfen. So, wie unser greiser Landrat. Just diesen ärgerte der Motorenlärm von Motorrädern, welche Richtung Krähberg düsten. Im ODENWÄLDER ECHO vom 04.03.2008 ist dokumentiert: „Freilich fordere der Odenwaldkreis vom Gesetzgeber hier ganz klar strengere Zulassungsrichtlinien, denn `auf der Terrasse des Krähberg-Gasthauses Reußenkreuz konnte man sich an schönen Tagen nicht mehr unterhalten´, so Schnur, der diesen Effekt auch vom eigenen Freisitz kennt.“.
Alter, wem Alter gebührt und Ruhe ohnehin. Nur darf man fragen, warum ausgerechnet der lärmgebeutelte „Freidenker“ andernorts Lärm als Maßstab der Entwicklung sieht. Es mag seiner senilen OBERhand entgangen sein, dass auch in Erbach Freisitze und Hochstände existieren, welche er mit seiner massiven Forderung zu dieser „Ortsumgehung“ zu Freiwild degradiert. Wild aber ist wild. Nicht nur Biker bezeichnen es als sehr gefährlich.
„Land hält fest an der Wand
B 45/47: Vierspurigkeit mit Abschottung Michelstadts nun im Planfeststellungsverfahren
MICHELSTADT. Für den geplanten vierstreifigen Ausbau der Bundesstraßen 45 und 47 zwischen Stockheimer Knoten und Potsdamer Platz in Michelstadt hat das Regierungspräsidium (RP) Darmstadt jetzt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet. Wie die Behörde selbst mitteilte, können die Planunterlagen der hessischen Straßenbauverwaltung für den etwa 1,3 Kilometer langen Ausbau ab Dienstag (20.) im Michelstädter Stadthaus öffentlich eingesehen und Einwendungen vorgebracht werden.
Mit diesem Schritt treibt die Landesbehörde den ersten Abschnitt eines im Gesamtumfang vom südlichen bis zum nördlichen Ortseingang reichenden Projekts in die dem Bau unmittelbar vorgeschaltete Verfahrensphase voran, obwohl die Stadt dem Vorhaben vorläufig ihr Einvernehmen verweigert hat (ECHO vom 24. Oktober 2007: `Für die Wand hebt sich keine Hand´ siehe weiter unten). Stadtbaumeister Gerd Beller bestätigte am Mittwoch nochmals: `Die Stadt hat der Planung nicht zugestimmt. Sie hat nun Zeit bis zum 30. Juli für eine weiterführende Stellungnahme.´
Knackpunkt der bisherigen Beratungen in den Gremien und der Gespräche mit Anliegern war eine hohe Lärmschutzwand. Bekanntlich wäre der Bau einer solchen Mauer gesetzlich zwingend notwendig, wenn mit dem Ausbau der Straße auf vier Spuren der Mindestabstand zur Wohnbebauung unterschritten würde. Wie berichtet, wollen zum einen zahlreiche Anlieger keine Wand vor ihr Anwesen gesetzt bekommen; zum anderen drängen viele auch im Sinne des Stadtmarketings darauf, die freie Sicht auf Michelstadt von der Durchgangsstraße aus zu erhalten.
In den aktuellen Plänen aber ist die Lärmschutzwand weiterhin vorgesehen, wie Beller bestätigte. Er erinnerte daran, dass das Thema bisher zwar in den Gremien beraten, aber mangels Konsens keine Entscheidung getroffen wurde. Jetzt ist die Kommune im Zugzwang. Während die Bürger sich bis zum 3. Juli äußern können, haben die Träger öffentlicher Belange zwar rund vier Wochen länger Zeit. Allerdings fällt auch der Ablauf dieser Frist in die Sommerferien. Also steht dem Stadtparlament wohl zuvor noch eine Sondersitzung zum Thema ins Haus.
Im Auftrag des Regierungspräsidium wird die Stadt die Planunterlagen derweil bis Donnerstag, 19. Juni, zur Einsichtnahme auslegen. Anregungen und Einwendungen kann jeder bis spätestens zwei Wochen nach Ablauf dieses Zeitabschnitts (3. Juli) unmittelbar beim RP Darmstadt oder der Stadt Michelstadt erheben. Sie sollen die persönliche Betroffenheit und das Maß der Beeinträchtigung erkennen lassen, heißt es in der Pressemitteilung. Über die Anberaumung eines Erörterungstermins wird das RP nach Auswertung der Stellungnahmen der Fachbehörden und Verbände und eventuell vorliegender Einwendungen entscheiden.“
Bleibt zu hoffen, dass die Erbacher Bürgerinitiative die makabre „Gunst der Stunde“ nutzt, um mit dem immensen Potential an Michelstädter Baugegnern zu fusionieren.
... Darauf erst einmal ein Bier ...
Ruhr, Buschmann und Schnur sitzen im Erbacher Brauhaus auf einen Schluck Bier. Ruhr sinniert: „Was kommt das kommt. Wenn die bei uns ausbauen, habe ich 5 Meter hohe Schallmauern. Die schlucken schon einiges.“ Buschmann kontert: „Angeber! Das ist doch noch gar nichts! Mein 10 Meter tiefer Tunnel schluckt da viel mehr!“ Schnur derweil lächelt vor sich hin und meint: Ich hab zwar nur die Ober. Aber die schluckt alles!
... und nun die Fehlmeldung aus dem ...
ODENWÄLDER ECHO VOM 24.10.2007:
„Für die Wand hebt sich keine Hand
B-45-Ausbau: Stadt verweigert Mitwirken an der Erweiterung der Durchgangsstraße auf vier Streifen
MICHELSTADT. Bei der Anfahrt auf einen vierstreifigen Ausbau der Bundesstraße 45 zwischen Stockheimer Knoten und Potsdamer Platz tritt Michelstadt auf die Bremse. Die Kommune tut das, indem sie zum Planfeststellungsverfahren für das Vorhaben vorläufig keine Einvernehmens-Erklärung abgibt. Fehlt das Signal der Stadt, ist eine einfache und rasche Erlangung des Baurechts nicht möglich.
Mit der Linie, die Bürgermeister Reinhold Ruhr am Montagabend im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung abgesichert bekam, ziehen die kommunalen Gremien die Konsequenz aus der anhaltenden öffentlichen Debatte um die Lärmschutzwand, die mit der Straßenerweiterung verbunden wäre. Wie mehrfach berichtet, schreibt das Gesetz bei Unterschreitung eines Mindestabstands zwischen Wohnbebauung und Bundesstraße ein solches Bauwerk vor. Genau dieses Limit würde bei einer Verbreiterung der B 45 in der geplanten Form durchbrochen.
Gegen die Lärmschutzvorrichtung erheben sich in Michelstadt vor allem von zwei Seiten Proteste: von Anliegern, die keine Wand vor ihren Ausblick gesetzt haben wollen, und von Verfechtern einer freien Sicht auf Michelstadt von der Durchgangsstraße. Nach ihrer Argumentation würde die Abgrenzung von Teilen der Siedlung Imageschäden für Tourismus und Geschäftsleben nach sich ziehen.
Wie Bürgermeister Ruhr im Bauausschuss verdeutlichte, hätte er solche Bedenken in einem Abwägungsprozess gegebenenfalls zurückgestellt, wenn sich dies für ein übergeordnetes Ziel als notwendig erwiesen hätte. Gemeint war damit nichts anderes als die geplante Umgehung zur Erbacher Ortsdurchfahrt der B 45, die dem Modell zufolge am Stockheimer Knoten ansetzen und westlich der Kreisstadt bis Lauerbach führen soll.
Neben der weiter zunehmenden Stauanfälligkeit der Strecke auf Michelstädter Gemarkung bildete offenbar die Sorge um das Projekt in der Nachbarstadt das Hauptmotiv für die seitherige Handlungsbereitschaft beim B-45-Ausbau. Einer verbindlichen Aussage aus den Führungszirkeln des Straßenbauwesens zufolge stellt die übergeordnete Politik eine solche gegenseitige Abhängigkeit aber nicht her.
Die Erbacher Westumgehung werde ungeachtet eines Ausbaus des Michelstädter Anschlussstücks vorangetrieben, wurde Bürgermeister Ruhr zugesichert.
Vor diesem Hintergrund erkennt der nun keine Notwendigkeit mehr, das kommunale Ja zur Straßenerweiterung und damit zur ungeliebten Lärmschutzwand gegen den lauten Widerspruch aus der Bürgerschaft und Teilen der politischen Repräsentanz durchzusetzen.
Unabhängig davon artikulierten sich diese Bedenken auch in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wieder. Vor allem Hans Jürgen Zinn (Grüne) unterstrich seine Zweifel an Bedarf wie Sinn der Maßnahme und warnte vor deren Folgen; Unbehagen ist aber auch aus den Reihen von CDU und SPD bekannt geworden, die beide bereits mit Alternativvorschlägen zu einer vierstreifigen Bundesstra&szli